STENUM - Besucher der Sporthalle am Trendelbuscher Weg in Stenum hörten am Mittwochnachmittag ihr eigenes Wort nicht. 14 Kinder tobten durch die Halle, spielten mit Bällen, sprangen auf dem Trampolin oder versuchten sich am Rollbrett. Normalerweise hat die Gruppe von Marina Münstermann nur zehn Kinder. Am Mittwoch kamen vier Kinder aus Weißrussland dazu.
Das Treffen von deutschen und weißrussischen Müttern wurde organisiert vom CVJM- Friedensnetz und dem CVJM- Ortsverband Delmenhorst. Die Mütter kommen alle aus Woloschin, erklärt Eckhard Petreins vom CVJM. Die Stadt liegt rund 80 Kilometer entfernt von Minsk. Früher hat die Organisation Menschen aus der Region um das 1986 verstrahlte Tschernobyl nach Deutschland geholt, damit sie sich erholen konnten. Woloschin war stark von der Strahlung betroffen.
Damals waren die Frauen noch Kinder, heute sind sie mit ihren Kindern hier. Untergebracht sind sie in Delmenhorst. Bei der Sportaktivität in der Stenumer Turnhalle mischten sich die Kinder wild durcheinander. Sprachbarrieren gibt es quasi nicht: Die Kinder haben keine Probleme mit der Verständigung, wir Erwachsenen schon eher, sagt Swetlana Suchodolez, eine der weißrussischen Mütter. Im Gegensatz zu Ljudmila Lischtvan, Olga Simitsch und Anna Linkewitsch spricht die 35-Jährige Deutsch.
Den vier Müttern gefällt es im Nordwesten sehr gut. Wir gehen viel im Park spazieren, sagt Swetlana Suchodolez. Sie ist mit ihrer Tochter Xenia nach Deutschland gekommen. Auch Marina Münstermann ist von der Kontaktfreudigkeit der Kinder beeindruckt: Wenn jetzt jemand reinkäme, würde der keinen Unterschied feststellen, freut sich die Trainerin, Kinder haben keine Berührungsängste. Die 14 Kinder im Alter zwischen vier und zehn Jahren spielen freudig miteinander und zeigen sich gegenseitig Tricks auf den Turngeräten.
Bis Sonnabend sind die vier Frauen mit ihren Kindern noch in Delmenhorst.
