STENUM - Vor Derby zwischen dem VfL Stenum gegen den TuS Heidkrug war viel Porzellan zerschlagen worden – gestern ging das Nachbarschaftsduell dann doch im zweiten Anlauf über die Bühne. Mit 0:2 unterlag der VfL dem Rivalen aus Delmenhorst und büßte in der Fußball-Bezirksliga weiteren Boden im Kampf um die Meisterschaft ein. Der Ex-Stenumer Ron Klenke besiegelte mit seinem Tor die fünfte Saisonpleite seiner früheren Mannschaft. Zugleich gewann er das familieninterne Duell gegen seinen Bruder Gerry, der auf Stenumer Seite zur Pause ausgewechselt wurde.
„So lange rechnerisch noch etwas möglich ist, werden wir alles tun, um den Titel zu holen. Aber weitere Patzer dürfen wir uns jetzt wohl nicht mehr erlauben“, sagte Stenums Trainer Uwe Hammes nach der zweiten Rückrunden-Niederlage in Folge. Vor einer Woche geriet der Aufstiegsanwärter gegen Kellerkind 1. FC Nordenham völlig überraschend mit 1:2 auf die Verliererstraße.
In Zeiten des närrischen Treibens in Ganderkesee hatte Hammes schon geunkt, zum Spiel „nur Schnapsleichen“ zur Verfügung zu haben. Dem schien nicht so, denn die Hausherren mischten den Gast aus Heidkrug in der ersten Viertelstunde kräftig auf. Beinahe hätte es auch die Führung gegeben, aber Thomas Baake kam nach einem Zuspiel von Roland Göde, der sich auf dem rechten Flügel durchgesetzt hatte, einen Schritt zu spät.
Wie aus dem Nichts fiel auf der anderen Seite das erste Tor. Heidkrug kam nach einem Eckball von Nils Giza, den Bastian Ernst am kurzen Pfosten mit dem Kopf verwertete, zum 1:0. VfL-Torhüter Stefan Buss machte bei dem Gegentreffer keine gute Figur. Anschließend wirkte Stenum angeschlagen, es folgten unschöne Nickligkeiten auf beiden Seiten, fußballerisch blieben die Teams auf dem relativ gut bespielbaren Geläuf aber hinter den Erwartungen der 200 Besucher zurück.
Der Knackpunkt der Begegnung folgte nach 52 Minuten: Dominik Entelmann wurde mustergültig auf die Reise geschickt, doch der Stenumer drosch das Leder in aussichtsreicher Position vor dem Gäste-Gehäuse links neben den Pfosten. „Auf dem Rasen kann so was natürlich mal passieren. Normalerweise macht er den immer rein“, so Hammes. Dem war diesmal aber nicht so, und die kalte Dusche folgte prompt. Daniel Isenberg verlor einen Zweikampf vor dem eigenen Strafraum, der Ball trudelte zu Ron Klenke – der Heidkruger fackelte nicht lange und hämmerte die Kugel aus 20 Metern in den rechten Winkel. Für Buss gab es dieses Mal nichts zu halten.
Das Derby war damit gelaufen. Zwar tauchte Stenum phasenweise noch einmal im Angriff auf und setzte sich in Szene. Mehr als ein Schuss von Marc-Andre Klahr, der von Hamidreza Derakhshan auf der Linie geklärt wurde, sprang für die Hausherren nicht heraus. Auch Heidkrug hätte in der kampfbetonten Partie sogar noch mehr Treffer erzielen können.
„Es war ein sehr gutes Spiel. Wir haben aber in beiden Halbzeiten nur jeweils die erste Viertelstunde gut gespielt – das war zu wenig. Insofern ist der Heidkruger Sieg nicht unverdient“, meinte Hammes. Sein Heidkruger Trainerkollege Detlev Garmhausen bekam auch nach dem Erfolg seiner Elf keine gute Laune und verpasste sich selbst einen Maulkorb: „Ich sage nichts“, erklärte der Übungsleiter.
