STENUM - Farbenfrohes Fußballspiel mit Happy-End: An Toren und Platzverweisen hat es am Sonntag beim Bezirksliga-Kick des VfL Stenum gegen Eintracht Wiefelstede nicht gemangelt. Beim 3:3 (1:0) sahen die Zuschauer nicht nur ein halbes Dutzend Treffer, sondern auch drei Platzverweise vom Unparteiischen Christoph Osterloh aus Oldenburg.

„Bei unseren Heimspielen bekommt man immer etwas geboten. Wir haben 80 Minuten gut gespielt, haben es aber versäumt, weitere Tore nachzulegen“, sagte VfL-Trainer Jürgen Hahn. Mit 22 Zählern ist Stenum wieder auf einen Abstiegsrang gerutscht, da sich Konkurrent VfL Oldenburg II mit 1:0 bei Olympia Wilhelmshaven durchsetzte.

Stenum erlebte ein nicht alltägliches Wechselbad der Gefühle: Nach einem Kopfballtreffer von Jörg Poppe (13.) sowie einem sicher verwandelten Strafstoß von Dominik Entelmann (76.) wähnten sich die Gastgeber schon auf der Siegerstraße. Doch die Nachlässigkeiten der Stenumer, die sich unerklärliche Schnitzer in der Hintermannschaft erlaubten, wurden innerhalb von fünf Minuten mit drei Gegentoren bestraft. Wiefelstede kam durch einen von Jan Badberg verschuldeten Foulelfmeter, den Dennis Jöstingmeier vollstreckte, heran. Tobias Meyer und Dennis Spiekermann machten die Wende perfekt. Stenum warf in der Endphase alles nach vorn und kam durch Entelmann in der vierten Minute der Nachspielzeit doch noch zum verdienten 3:3.

Für Diskussionsstoff sorgte nach der flotten und mit vielen Torraumszenen gewürzten Partie die Kartenflut. Osterloh hatte die Begegnung lange Zeit im Griff, machte sich mit der Ampelkarte gegen Daniel von Seggern, der einen Freistoß nach Ansicht des Referees zu früh ausführte, keine Freunde. Selbst Gäste-Akteur Marcel Kayser hatte sich bei Osterloh für von Seggern eingesetzt – vergeblich. „In dieser Szene hätte der Schiedsrichter mehr Fingerspitzengefühl zeigen können“, so Hahn. Gleiches dürfte auf der anderen Seite Spiekermann gedacht haben. Er hatte bei seiner Einwechselung zu früh das Feld betreten – dafür sah er Gelb. Elf Minuten später flog der Angreifer wegen Meckerns vom Platz. Bei der roten Karte gegen Sascha Öllerich, der sich an der Seitenlinie zu einer rüden Attacke gegen den starken Julian Dienstmaier hinreißen ließ, lag Osterloh völlig richtig.

„Es spricht für unsere Moral, dass wir noch den Ausgleich geschossen haben. Aber ich weiß nach diesem Spiel gar nicht, ob ich mich ärgern oder freuen soll“, meinte Hahn. Er monierte, dass sein Deckungsverbund einige Male die Ordnung verloren habe: „Das ist unser altes Problem.“ Auch ohne den erkrankten Roland Göde lief es in der Offensive besser, wenngleich die Chancenverwertung verbesserungswürdig war. Erstmals nach einem mehrmonatigen Auslandsaufenthalt wirkte Marc-André Klahr wieder beim VfL mit. „Er könnte in den kommenden Wochen eine wertvolle Verstärkung sein“, glaubt Hahn.