Meppen/Oldenburg - Viel Kampf und Krampf, wenig Fußball vor allem in Halbzeit zwei. Der SV Meppen und der VfB Oldenburg zeigten beim 1:1 (1:1) am Samstagnachmittag vor 9560 Fans im Drittliga-Derby großen Einsatz, aber zu wenige spielerische Höhepunkte. Die Oldenburger Spieler in der Einzelkritik.

Sebastian Mielitz: Hatte wie schon eine Woche zuvor gegen Dresden kaum etwas zu tun. Bei Meppens Tor chancenlos, bei Meppens Pfosten- und Lattentreffer (23. und 72. Minute) nur in der Zuschauerrolle. Riskierte in der 74. Minute gegen Faßbender Kopf und Kragen, um das 1:2 zu verhindern und wurde belohnt.

Leon Deichmann: Spielte in der ersten Halbzeit Rechtsverteidiger in einer Dreierkette und in der zweiten Halbzeit Linksverteidiger in einer Viererkette. Zeigte auf beiden Seiten, dass der VfB sich auf seine Zweikampf- und Kopfballstärke verlassen kann. Jedoch mit dem Makel, dass er vor dem 0:1 das Kopfballduell gegen Pourie zwar gewann, den Ball aber vor das Tor köpfte, wo Dombrowka am schnellsten reagierte und zu Meppens Führung traf (11.).

Marcel Appiah: Solide, unauffällige Partie des Abwehrchefs. Hatte Meppens Mittelstürmer Pourie komplett im Griff und war bei hohen Bällen zur Stelle. Ansonsten forderte die SVM-Offensive ihn kaum im Abwehrzentrum.

Oliver Steurer: Zeigte die wohl stärkste aller Defensivaktionen im Spiel, als er sich in der 42. Minute in einen Schuss von Meppens Faßbender warf und diesen im letzten Moment grandios blockte. Auch ansonsten stark in den vielen, vielen Zweikämpfen. Bester Oldenburger Abwehrspieler.

Patrick Möschl: Erst rechts im Mittelfeld, in der zweiten Hälfte rechts in der Viererkette. Nicht so auffällig wie zuletzt gegen Dresden, kam kaum nach vorne. Verrichtete seinen Job in der Defensive aber solide und setzte so das um, was in diesem Derby gefordert war – stabil stehen und um jeden Zentimeter kämpfen.

Justin Plautz: Unglückliche Startelf-Rückkehr (er ersetzte den gelbgeperrten Ndure) für den Linksfuß. Rutschte in der 41. Minute folgenschwer aus und hätte so fast den Rückstand verschuldet, hätte Steurer sich nicht in den Faßbender-Schuss geworfen. Musste zur Pause mit einer Muskelblessur in der Kabine bleiben.

Robert Zietarski: Viel Kampf, viele hohe Bälle, viele Mann-gegen-Mann-Duelle – ein Spiel für Zietarski. Ohne zu glänzen warf sich der robuste Pole in jeden Zweikampf und war damit ein wichtiger Faktor auf der Sechs.

Christopher Buchtmann: Mit dem Ball am Fuß einer der wenigen Oldenburger, die sich etwas zutrauten. Mehrere gute Pässe, brachte auch mal Ruhe ins Spiel. Kam aber vor dem 0:1 zu spät gegen Torschütze Dombrowka. Machte das schnell wieder gut, weil er das 1:1 von Wegner mit einer scharf getretenen Ecke vorbereitete. Zeigte damit nach seinem Freistoßtor gegen Dresden erneut, wie gefährlich sein linker Zauberfuß bei ruhenden Bällen ist.

Kamer Krasniqi: Musste im offensiven Mittelfeld richtig viel laufen und nach hinten arbeiten. Tat dies fleißig, kam aber offensiv nicht zur Geltung und wurde nach 65 Minuten durch Kebba Badjie ersetzt.

Manfred Starke: Zum ersten Mal in diesem Jahr in der Startelf, wohl auch weil Fossi seine Erfahrung in diesem Derby mit auf dem Platz haben wollte. Schöner Querpass auf Wegner, als der VfB hätte Elfmeter kriegen können (12.). Ansonsten wie alle beschäftigt mit vielen Zweikämpfen und wenig Spielkultur.

Max Wegner: Auffälligster und bester Oldenburger in der Offensive, vor allem in Halbzeit eins ein Unruheherd. Wurde elfmeterreif an der Schulter festgehalten (12.), köpfte erst deutlich über das Tor (16.) und dann herrlich und aus der Drehung ins Tor (21.). Sein sechstes Saisontor sicherte dem VfB den Punkt, seine Einsatz- und Laufbereitschaft war zudem wichtig, um Meppen früh im Aufbau zu stören.

Jakob Bookjans (ab 46. für Plautz): Kam zur zweiten Halbzeit für Plautz und sollte rechts offensiv neue Impulse setzen. Hatte gleich zu Beginn ein, zwei gute Dribblings. Ging dann aber unter in einem Spiel, in dem hohe Bälle, Kampf und Krampf dominierten.

Kebba Badjie (ab 65. für Krasniqi): Musste nach seinem Siegtor in Zwickau und seinem schwachen Auftritt gegen Dresden dieses Mal 65 Minuten zusehen. Als er auf den Platz kam, konnte er keine Chancen mehr kreieren. Sehr unauffällig.

Patrick Hasenhüttl (ab 75. für Wegner): Der noch immer torlose Österreicher kam in der Schlussphase für Wegner. Undankbare Aufgabe in einem zerfahrenen Spiel. Versuchte seinen Körper einzusetzen, blieb aber blass.

Lars Blancke
Lars Blancke Sportredaktion