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NWZonline.de Sport

Erstmals Nach Sechs Jahren: Oldenburg gegen Ostfriesland – wer schießt besser?

03.03.2018

Stollhamm Gut gestärkt werden Werfer und Obleute in den Wettkampf ziehen, denn vor der 27. Auflage des traditionsreichen Klootschießer-Feldkampfes zwischen den beiden Landesverbänden Oldenburg und Ostfriesland an diesem Sonnabend in Stollhamm treffen sie sich zum gemeinsamen Frühstück. Dabei handelt es sich aber nicht um eine nette Geste der Gastgeber, sondern um eine in den „Richtlinien für Feldkämpfe“ des Friesischen Klootschießerverbandes festgelegte Regel. Bei diesem herausragenden Prestigeduell, zu dem mehrere Hundert Käkler und Mäkler auf der grünen Halbinsel Butjadingen erwartet werden, bleibt kaum etwas dem Zufall überlassen.

Revanche für 2012

Käkler und Mäkler ist bei den Friesensportlern die Bezeichnung für Fans und Schlachtenbummler. Obwohl der Länderkampf laut Richtlinien jährlich stattfinden soll, mussten die Ostfriesen sechs Jahre auf die Revanche für ihre Niederlage im heimischen Utgast 2012 warten.

Vor sechs Jahren siegten vor rund 2000 Zuschauern die Oldenburger erstmalig in allen drei Altersklassen (Männer, Junioren und Jugend). An diesem Samstag wird der Feldkampf jedoch nur mit den Männer- und Jugend-Auswahlteams ausgetragen. Wegen des für Sonntag erwarteten Temperaturanstiegs wurde auf einen zweiten Wettkampftag und das Duell der Junioren verzichtet.

Das Wetter spielt für die Austragung des Länderkampfes eine entscheidende Rolle. Damit er auf einem Feld, sprich auf einer Weide, stattfinden kann, muss in den Tagen zuvor Kahlfrost herrschen, damit der Boden und das Wasser in den Gräben gefrieren können. In den vergangenen fünf Jahren blieb dieser Kahlfrost aus, sodass das Organisationsteam des Klootschießer-Kreisverbandes Butjadingen sowie des Klootschießer- und Boßelvereins Stollhamm vergeblich in den Startlöchern standen. Sie sind die Ausrichter des Großereignisses

Trotz der vergangenen frostigen Tage mit Temperaturen im zweistelligen Minusbereich präsentiert sich das Wettkampfgelände an der Stollhammer Ulmenstraße (Landesstraße 859) nicht in einem idealen Zustand. Der Dauerregen nach dem Weideabtrieb im vergangenen Herbst verhinderte, dass die Fläche geschleppt, also gewalzt, werden konnte. Sie weist jetzt etliche von den Hufen des Viehs verursachte Löcher und Unebenheiten auf. Das könnte dazu führen, dass manche Kugel „tot geworfen“ wird. Gemeint ist damit, dass die Kugel nach dem Aufschlagen in einem Loch liegen bleibt.

Im Gegensatz zum Klootschießer-Standwettkampf, bei dem die Weite des Wurfs vom Abwurf bis zum Aufschlagen gemessen wird, kommt beim Feldkampf der Trüll hinzu. Das ist beim Klootschießen der Fachbegriff für das Ausrollen der holzummantelten Bleikugel, die bei den Männern 475 Gramm schwer ist und einen Durchmesser von 58 Millimeter hat. Durch den Trüll werden Weiten bis zu 150 Meter erzielt. Die Jugendlichen werfen mit einer leichteren (375 Gramm) und kleineren (55 Millimeter) Kugel.

Unberechenbar

Die Unberechenbarkeit des Ausgangs eines Wurfes macht den besonderen Reiz des Feldkampfes aus. Neben den Unebenheiten des Feldes spielen aber auch die das Wettkampfgelände durchziehenden Gräben eine große Rolle. „Der weiteste Wurf muss nicht zwangsläufig vom besten Werfer erzielt werden“, so Rolf Blumenberg. Der ehemalige Präsident des Friesischen Klootschießerverbandes, dem über 30 000 Mitglieder angehören, und frühere Bürgermeister der Gemeinde Butjadingen wird den heutigen Länderkampf moderieren und kommentieren.

Jeder Wurf wird von einem Trompeter mit dem Spielen der jeweiligen „Nationalhymne“ sowie dem Ruf „Lüch up un fleu herut“, der auch das FKV-Verbandswappen sowie viele Vereinsembleme ziert, angekündigt. Übersetzt heißt das: „Hebe auf und fliege flach (weit) hinaus“. Dieser Ruf charakterisiert auch, worauf es beim Klootschießer-Feldkampf ankommt. Nach dem Anlauf auf der 15 Meter langen Kunststoffmatte und dem Sprung vom Holzbrett muss die Klootkugel in einem relativ flachen Winkel ins Feld katapultiert werden, damit sie nach dem Aufschlagen auch noch genug trüllen (rollen) kann. Zu hoch angesetzte Würfe erreichen meist eine geringere Trüllstrecke.

Eine Mannschaft besteht aus sieben Werfern und drei Ersatzleuten, die auch eingewechselt werden können. Auf der 1,1 Kilometer langen Stollhammer Wettkampfstrecke werden vier Durchgänge absolviert. Nach 28 Würfen siegt die Mannschaft, die die meisten Schoet (Punkte) errungen hat. Ein Schoet wird erzielt, wenn die gegnerische Kugel bei zwei Würfen hinter der eigenen liegen bleibt. Werden keine Schoet erzielt, entscheidet die größere Weite nach dem letzten Wurf.

Trompeten und Fahnen

Begleitet werden die Mannschaften während des Wettkampfes von einem Tross an Helfern. Zu ihnen gehören neben Matten-, Sprungbrett- und Schildträgern sowie Mattenrichtern und Trompetern auch Düsselmeister und Bahnweiser. Letztere zeigen mit ihren Standarten und Fahnen den Werfern die Wurfrichtung an. Die Düsselmeister beseitigen die Bodenunebenheiten auf der Anlaufstecke.

Der Anwurf zum 27. Länderkampf der Männer erfolgt um 9 Uhr. Anschließend beginnen die Jugendlichen.

Für die Mäkler und Käkler, die mit dem Auto kommen, gibt es Parkplätze am Wettkampfgelände und am Stollhammer Sportplatz. Es gibt ein Schankzelt, Getränke- und Imbissstände. Zudem wurden Toilettenanlagen aufgebaut.

Rolf Bultmann Nordenham / Redaktion Nordenham
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