STRAßBURG - In der Affäre um veröffentlichte Sex-Videos will Ex-Formel-1-Chef Max Mosley (70) eine Verschärfung des britischen Presserechts erreichen. Bei einer Anhörung vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) verlangte Mosleys Anwalt am Dienstag in Straßburg einen größeren Schutz der Privatsphäre. Britische Medien sollten dazu verpflichtet werden, vor der Veröffentlichung skandalträchtiger Geschichten die Betroffenen zu informieren – damit diese reagieren und mit einer Einstweiligen Verfügung eine Veröffentlichung verhindern können. Im britischen Recht gebe es keine derartige Verpflichtung für die Medien, ebenso wenig wie in Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden, sagte Anwalt Dominic Crossley.

Sollte Mosley Erfolg vor Gericht haben, könnte dies auch Folgen für das Medienrecht in anderen Ländern Europas haben. Die britische Regierung wies seine Forderung am Dienstag bereits zurück. Ein Urteil wird frühestens in einigen Monaten erwartet.