Stuttgart - Eine hässliche Spuckattacke von Santiago Ascacibar, aufgebrachte Fans, die gegen den Präsidenten wüten, und ein angezählter Trainer: Das verdiente 0:1 (0:0) gegen Bayer Leverkusen hat die ohnehin schon angespannte Lage beim krisengeplagten VfB Stuttgart noch einmal erheblich verschärft. Die Nerven bei den Schwaben liegen vor dem Abstiegskracher am Samstag (15.30 Uhr) in Augsburg blank.

Bezeichnend war der skandalöse Aussetzer von Ascacibar, der in der Nachspielzeit Bayer-Jungstar Kai Havertz anspuckte und Rot sah. „Er hat in dieser Situation ganz klar eine Grenze überschritten. Das dulden wir nicht und wir werden diese Aktion auch intern bestrafen. Er hat der Mannschaft und dem Verein geschadet. Da müssen wir ein klares Zeichen setzen“, sagte Sportvorstand Thomas Hitzlsperger am Sonntag. Ascacibar müsse „seine Emotionen im Griff haben“, hatte ein verärgerter VfB-Coach Markus Weinzierl zuvor betont.

Das hatte der argentinische Heißsporn aber selbst nach seinem Platzverweis nicht, als er völlig ausflippte und auch noch versuchte, Havertz ins Gesicht zu schlagen. Nur das beherzte Eingreifen von Schiedsrichter Tobias Stieler verhinderte Schlimmeres.

„Solche Leute braucht man in der Bundesliga nicht“, sagte Bayers Kevin Volland. Für Leverkusens Trainer Peter Bosz war dies „das Schlimmste, was man machen kann“.

Der Ausraster von Ascacibar, dem eine lange Sperre droht, war der Tiefpunkt eines Nachmittags zum Vergessen für den VfB. Nach dem erneuten Rückschlag in der entscheidenden Phase des Abstiegskampfes mussten sich die Profis heftige Pfiffe der Fans gefallen lassen. Für die VfB-Anhänger ist aber vor allem Präsident Wolfgang Dietrich der Schuldige an der Misere: Vehement forderten sie dessen sofortigen Abgang.

Vor der Partie war es zudem zu einer Massenschlägerei gekommen. Nach Angaben der Polizei gingen rund 100 Anhänger beider Vereine im Bereich des Marktplatzes des Stadtteils Bad Cannstatt aufeinander los. 67 Personen aus dem Leverkusener Fanlager wurden vorläufig festgenommen, wie die Polizei am Sonntag mitteilte.