Jever - Was die Politik von den Bürgervereinen lernen kann? Eine ganze Menge, wenn es nach Jörg Limberg, Vorsitzender des Gemeindebürgervereins Ostiem, geht: „Harmonie, Verbundenheit untereinander – und wie man spart.“
Limberg war am Sonntagmorgen der erste der Redner beim Traditionstreffen des Bürgervereins Jever mit dem Ostiemer Gemeindebürgerverein. Jedes Jahr, am 11. November, gegen 11.11 Uhr treffen sich die Vereine nahe der Grenze zwischen Schortens und Jever, diesmal im „Waldschlösschen“ in Addernhausen – und wie in den Vorjahren wurde hier ordentlich verbal ausgeteilt.
Laut eigener Aussage „leicht lädiert“ vom MTV-Ball am Vorabend folgte Jevers Bürgermeisterin Angela Dankwardt Limberg am Mikrofon. Hauptziel der verbalen Spitzen Dankwardts: Schortens’ Bürgermeister Gerhard Böhling, der die Resonanz auf den „Bürgerhaushalt“ in Jevers Nachbarstadt als einen großen Erfolg feiere: „Ein Prozent Beteiligung? Die Messlatte für Grandiosität liegt in Schortens offenbar sehr niedrig.“
Ebenso „grandios“ laut Dankwardt: das Rats-TV der Stadt Schortens. „Bei euren Einschaltquoten schlottern den Öffentlich-Rechtlichen wahrscheinlich schon die Knie.“ Um sich bei soviel Schortenser „Grandiosität“ vor dem Rechner bei der nächsten Rats-TV-Übertragung die Zeit zu vertreiben, gab es für Böhlings Ehefrau Gabriele eine Tüte Chips sowie eine Dose Jever-Pils von der Bürgermeisterin überreicht.
Nun warteten die Gäste im bis auf den letzten Platz gefüllten Waldschlösschen gespannt auf den Konter des Bürgermeisters von Schortens. Und der folgte sogleich: Wegen der Fremdenverkehrsabgabe stünde die Umbenennung Jevers in „St. Moritz II“ wohl kurz bevor, frotzelte Böhling.
Und zum Rat der Stadt Jever? „Erst wird alles öffentlich, dann wird besprochen – und dann wieder alles zurückgenommen“, so Böhling weiter. Für den in Jever geplanten Camping-Platz habe er zudem das passende Geschenk für Angela Dankwardt dabei: einen Gas-Kocher.
Nach so vielen verbalen Spitzen fanden die „Kontrahenten“ im Anschluss schnell wieder zusammen, bei Bauschinken, Spießbraten und verschiedenen Salaten wurde ein gemütlicher Vormittag genossen.
