Meppen - Sechs Jahre lang haben die Fußballer des SV Meppen am Stück in der 3. Liga gespielt. Die vergangene Saison 2022/23 bestritten die Emsländer dabei gemeinsam mit dem VfB Oldenburg in jener Spielklasse. Und genau wie der VfB stieg auch Meppen am Saisonende ab. So sieht es beim SVM vor dem Start in die Regionalliga Nord aus:
Die Leitung
Der im März dieses Jahres verpflichtete Trainer Ernst Middendorp machte nach dem Abstieg seinen Verbleib von seinem Gestaltungsspielraum abhängig. Also fungiert der 64-Jährige fortan nicht nur als Trainer, sondern auch als Sportlicher Leiter.
Der langjährige Geschäftsführer Ronald Maul (50), der unmittelbar nach dem Aufstieg im Frühsommer 2017 gekommen war, machte den Gang in die Viertklassigkeit dagegen nicht mit. Er wechselte zum Zweitliga-Aufsteiger VfL Osnabrück, wo er einst als Spieler seine Profikarriere begonnen hatte. Bei den Osnabrückern verantwortet er nun im Nachwuchsleistungszentrum die Bereiche „Organisation & Administration“. Die Meppener wiederum befördern Florian Egbers (30), der zuvor schon unter Maul im Management des Vereins mitgewirkt hatte, zum 1. August zum neuen Geschäftsführer.
Der Kader
Auch hier war – bei einem Absteiger durchaus üblich – viel in Bewegung. Einige Profis kamen bei Drittligisten unter (Mirnes Pepic wechselte zu Dynamo Dresden, Tobias Kraulich zu Erzgebirge Aue), viele andere wechselten zu Regionalligisten. Einer davon ist Ole Käuper, der sich in der vergangenen Woche dem VfB Oldenburg anschloss. Ebenfalls viertklassig spielt künftig Luka Tankulic, der in seine Heimatstadt zum West-Regionalligisten Rot-Weiss Ahlen wechselte. Er hatte verletzungsbedingt in der Saison 2022/23 lediglich zwei Spiele bestritten. In der Saison davor (2021/22) war er mit 14 Toren Meppens bester Schütze in der 3. Liga gewesen.
Routinier David Blacha (32), der auf 77 Zweit- und 320 Drittligaspiele zurückschaut (er spielte zuvor unter anderem für Hansa Rostock und den VfL Osnabrück), beendete in diesem Sommer seine Karriere. Ob Marek Janssen, vor einem halben Jahr von Blau-Weiß Lohne nach Meppen gewechselt, bei den Emsländern bleibt, scheint unklar. Offenbar gibt es Interesse von Zweit- und Drittligisten an ihm.
Weiterhin in Meppen aktiv sind die Routiniers Erik Domaschke (37) und Steffen Puttkammer (34), die ihre Verträge verlängerten. Bei Domaschke ist vorgesehen, dass er neben seiner Torwart-Tätigkeit auch als Torwart-Trainer fungiert. Puttkammer steht ebenfalls weiterhin für Einsätze auf dem Feld bereit, übernimmt zusätzlich aber schon Aufgaben eines Co-Trainers.
Neu in Meppen ist unter anderem Lars Spit, der 2022/23 für den Oberligisten TuS Bersenbrück 16 Tore erzielt hatte. Mittelfeldspieler Tim Möller, der vom West-Regionalligisten SV Lippstadt kommt, hat in seiner Vita schon Zweit- und Drittligaeinsätze für den VfL Osnabrück stehen.
Das Publikum
Der SV Meppen ist im Emsland die Nummer schlechthin. In der abgelaufenen Saison, die sportlich betrachtet eine schwache war, kamen im Schnitt 7629 Zuschauer in die Hänsch-Arena. Diese Zahl dürfte in der Regionalliga kleiner werden. Zum Vergleich: 2016/17, als die Meppener sich am Saisonende in den Aufstiegsspielen gegen den Südwest-Vertreter Waldhof Mannheim durchsetzten und so den Sprung in die 3. Liga schafften, waren zu den Punktspielen im Schnitt 2641 Besucher gekommen. Das bedeutete in jener Saison in der Zuschauertabelle der Regionalliga Nord mit großem Abstand den Spitzenplatz. Der Zweitplatzierte, der VfB Oldenburg, erreichte einen Schnitt von 1770.
Das Fazit
Vieles fällt in Meppen in der Viertklassigkeit nun eine Nummer kleiner aus als im Profibereich. Die Mannschaft zählt aber ganz klar zu den Favoriten auf die Meisterschaft (der Titelträger bestreitet am Saisonende Aufstiegsspiele gegen den Meister der Regionalliga Bayern). Der mögliche Weg des VfB Oldenburg zurück in die Drittklassigkeit führt also in jedem Fall auch über Meppen.
