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TAGEBUCH „Lebe meinen amerikanischen Traum“

Für ein Jahr im Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Die Autorin

des Textes ist die Huderin Ann-Christin Schubert. Die 16-Jährige besuchte bis zum Sommer das Graf-Anton-Günther-Gymnasium und flog dann für ein Austauschjahr in die USA. Dort lebt sie nun ihren persönlichen „American Dream“.

Auch wenn

sie Freunde und Familie vermisst, ist sie doch sehr glücklich, die Entscheidung für einen Austausch getroffen zu haben: „Ich kann mir im Moment kaum vorstellen, hier wieder wegzufliegen“.

Die Huderin lebt für ein Jahr in den USA. Hier berichtet sie über die ersten Monate.

Von Ann-Christin Schubert, zurzeit Eden Valley, USA

Eden Valley „Wir sind in Amerika", das war einer der ersten Sätze von meiner Freundin Christine und mir, als wir in Chicago auf den Weiterflug nach Minneapolis warteten. Denn uns gegenüber in der Wartehalle saß ein Mann mit Tennisschuhen, einer Cargo-Hose und einer McDonalds-Tüte: Eben genauso wie wir uns einen typischen Amerikaner vorgestellt hatten. Ich weiß noch, wie aufgeregt ich an diesem ersten Tag war. Nun sollte mein Traum in Erfüllung gehen. Doch würde auch alles so sein, wie ich es mir vorgestellt hatte?

Jetzt bin ich genau zwei Monate hier und fühle mich wie zu Hause. Ich lebe in dem kleinen Ort Eden Valley, etwa 90 Minuten von Minneapolis entfernt. Ich hatte großes Glück mit meiner Gastfamilie. Meine Gasteltern und meine beiden Gastgeschwister sind sehr lieb und wir haben schon viel zusammen unternommen. Gleich am ersten Tag waren wir im größten Einkaufszentrum Amerikas, der „Mall of America".

Mittlerweile habe ich hier einen ganz normalen Alltag. In der Woche steht die Schule an erster Stelle. Am Wochenende treffe ich mich dann mit Freunden, gehe auf Partys oder unternehme etwas mit meiner Familie. Die Schule geht bis um 15.15 Uhr. Danach hatte ich bisher jeden Tag zwei Stunden „Volleyball Practise“. Jetzt steht allerdings „Drivers Education“ auf dem Nachmittagsprogramm, das heißt, ich bin dabei, meinen Führerschein zu machen.

Sport ist hier sehr wichtig, der Großteil der Schüler macht Sport. Ob Football, Basketball, Volleyball oder Cross County. Obwohl ich am Anfang Zweifel hatte, beim Volleyball mithalten zu können – viele der Mädchen trainieren schließlich schon seit der 7. Klasse jeden Tag – hatte ich viel Spaß. Ich habe dort Freunde gefunden und wurde sogar ein paar Mal bei Punktspielen eingesetzt.

Ein anderes sportliches Highlight war für mich der „Powder Puff“, Zuerst dachte ich, das sei eine Süßigkeit, aber es ist doch nichts anderes als „Football“ für Mädchen. Mit Boxershorts, Strumpfhosen, Footballtrikots und Glitzer in den Haaren hat meine Mannschaft das Spiel gewonnen. Das werde ich wohl nie vergessen, denn es war einfach ein riesiger Spaß.

In der Schule gibt es viele Dinge, die ich bisher nur aus amerikanischen Teenie-Filmen kannte. So zum Beispiel die „Homecoming Woche“ mit der Krönung des Königs und der Königin, einem Spind in der Schule oder dem „Schoolspirit". Jeden Freitag gibt es ein Footballspiel, zu dem alle Footballer und die Mädchen schon während der Schulstunden ihre Trikots tragen. Zudem hat jeder Schüler mindestens ein T-Shirt, einen Pulli oder Ähnliches mit dem Adler, dem Wahrzeichen unserer Schule. So etwas habe ich in der Art in Deutschland noch nicht erlebt. Und als ich in der Schule Mädchen mit Schlafanzughosen und Hausschuhen sah, habe ich auch große Augen gemacht. Denn das würde an meiner Schule in Deutschland, dem GAG, keiner machen.

Der Unterricht an der „High School“ ist ebenfalls anders als in Deutschland. Ich konnte mir meinen Stundenplan selbst zusammen stellen und musste viele Fächer gar nicht wählen, wenn ich es nicht wollte. Nun habe ich jeden Tag sieben Stunden Unterricht und immer den gleichen Stundenplan, wodurch ich weitaus weniger Fächer habe als in Deutschland. Etwas komisch ist es schon, Mathe oder Geschichte jeden Tag zu haben. Mit dem Stoff komme ich aber sehr gut zurecht, und Sprachprobleme gibt es auch kaum noch.

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