Oldenburg - Das Abenteuer geht zu Ende. Wenn an diesem Sonntag (Anstoß 11 Uhr, Marschwegstadion) gegen 12.30 Uhr das Duell mit Dynamo Dresden abgepfiffen wird, schließen die U-17-Fußballer des VfL Oldenburg das Kapitel Bundesliga. „Schade, es hat viel Spaß gemacht, sich mit den Besten zu messen“, bedauert Stürmer Faruk Sahan (16). Ähnlich sieht es Mitspieler Andrik Zohrabian (17): „Ich würde gerne weiter in der Bundesliga antreten, die positiven Erlebnisse überwiegen.“

Die Erfahrung, gegen Werder Bremen oder Meister Hertha BSC gespielt zu haben, kann ihnen keiner mehr nehmen. Doch die Punktausbeute blieb mager, der Abstieg stand seit Monaten so gut wie fest. Nur sechs Zähler sammelte der VfL vor dem letzten Spieltag. Das Schlusslicht verließ nach 25 Partien nur einmal als Sieger den Platz – beim 2:1 gegen Holstein Kiel. „Technisch und taktisch haben wir uns trotzdem enorm weiterentwickelt, auch wenn wir nicht so selbstbewusst aus dieser Saison gehen“, kommentiert Faruk. Vor allem in den Bereichen Tempo und Spielverständnis war die Konkurrenz aus den Bundesliga-Internaten den Oldenburgern zum Teil haushoch überlegen.

Den Kopf hängen zu lassen, kommt aber für Andrik und Faruk nicht infrage. Die beiden Schüler setzen sich lieber neue Ziele. Andrik hat den Sprung ins U-19-Team des neu gegründeten Jugendfördervereins Nordwest (JFV) geschafft. Die Kooperation, die VfB und VfL bei der Talentförderung eingehen, befürwortet er: „Ich habe selbst sechseinhalb Jahre beim VfB gespielt und kenne dort viele Leute. Die Entscheidung ist richtig.“

Dass beide Clubs im Jugend-Leistungsbereich nicht mehr als Rivalen, sondern als Partner auftreten, hält auch Trainer Nils Grape mit Blick auf die vergangenen drei Jahre für unausweichlich: „Die Erfahrungen mit der U 19 des VfB, des VfL und unserer U 17 haben gezeigt, dass die Strukturen in Oldenburg nicht reif für die Bundesliga sind.“ Alle drei Mannschaften sind nach nur einem Jahr chancenlos aus der Junioren-Eliteklasse wieder abgestiegen. Die Kräfte zu bündeln, sei daher der richtige Weg, meint Grape.

Er selbst wird in der kommenden Saison die A-Junioren des VfL in der Niedersachsenliga betreuen. „Ich hoffe, dann mal wieder oben mitzuspielen“, sagt der Coach. Einige seiner Spieler nimmt er mit. „Ich bleibe meinem Trainer treu“, erzählt Faruk. An diesem Sonntag schnuppern alle gemeinsam aber noch einmal Bundesliga-Luft.