Oldenburg - Dirk Nowitzki, Magic Johnson, Tony Parker oder Toni Kukoc – die Liste der Weltklasse-Basketballer, die auf ihrem Weg an die Spitze beim Albert-Schweitzer-Turnier (AST) Station machten, ist lang. Der Wettbewerb gilt als Sprungbrett für eine internationale Karriere. Kein Wunder, dass das Turnier sowohl bei Trainern und Scouts als auch bei Spieleragenten auf der ganzen Welt hoch im Kurs steht. Denn eine Weltmeisterschaft der U-18-Junioren gibt es im Basketball nicht.
Als inoffizieller Ersatz gilt seit Jahrzehnten das alle zwei Jahre stattfindende Turnier des Deutschen Basketball-Bundes, das in diesem Jahr zum 27. Mal ausgetragen wird. „Das ist eine große Bühne, auf der man sich gut präsentieren möchte“, sagt Jan Niklas Wimberg von der Baskets Akademie vor seinem ersten internationalen Turnier in Deutschland.
Berechtigte Hoffnungen
Die 16 Nationalteams mit den besten Nachwuchsakteure aus aller Welt ermitteln den Nachfolger von Titelverteidiger Spanien, der 2012 in einem hochklassigen Turnier den Sieg davontrug. Spanien gehört wieder zu den Favoriten, aber auch die USA ist stark einzuschätzen – der Rekordsieger (zehn Titel) will nach 1996 endlich wieder das prestigeträchtige Turnier für sich entscheiden, nachdem die US-Boys in den 1980er und 1990er Jahren die internationale Szene fast nach Belieben dominiert hatten.
Auch das deutsche Team macht sich berechtigte Hoffnungen auf ein gutes Ergebnis und möchte an den zweiten Platz von 2010 anknüpfen. Vor vier Jahren machte ein junger deutscher Center auf sich aufmerksam, der heute das Trikot der EWE Baskets trägt. Philipp Neumann wurde zum besten Center des Turniers gewählt und führte das deutsche Team mit Mathis Mönninghoff (heute TBB Trier) ins Finale.
2012 verlor Deutschland im Halbfinale unglücklich gegen Serbien. Damals mit dabei waren zwei aktuelle Nachwuchshoffnungen der Baskets Akademie, Dominic Lockhart und Stefan Wess. Mit Siegen gegen Frankreich, die Türkei und einem unvergesslichen Krimi gegen Italien spielte sich die deutsche Auswahl damals in die Herzen der Fans.
In diesem Jahr wird es für das Team von Headcoach Alan Ibrahimagic darum gehen, die wenig erfreulichen Ergebnisse des vergangenen Sommers vergessen zu machen. Bei der B-Europameisterschaft kam die Mannschaft nicht über Platz elf hinaus. Das AST ist der ideale Ort, um vor internationalem Publikum zu zeigen, dass die Nachwuchsarbeit in Deutschland inzwischen auch solche Rückschläge wegstecken kann.
„Es ist für mich eine Ehre“
Einer der wenigen Lichtblicke im deutschen Dress war Wimberg. Der flexibel einsetzbare Oldenburger Flügelspieler zeigt in dieser Saison bereits in der Männer-ProB, wie stark er vom regelmäßigen Training mit den Profis profitiert. Neumann, Wess und Lockhart werden ihn mit ihren Erfahrungen zusätzlich motiviert haben, das AST zu nutzen, um die deutsche U 18 so gut es geht, zum Erfolg zu führen. „Es ist für mich eine Ehre, dabei zu sein“, sagt der 18-Jährige, der sich mit der Teilnahme einen Traum erfüllt: „Wir haben gute Chancen, weil wir auf allen Positionen gut besetzt sind. Auf jeden Fall wollen wir die Zwischenrunde erreichen.“
Noch warten muss der zweite Oldenburger: Lucien Schmikale spielte 2013 für die deutsche U 16, ist jetzt aber bereits im erweiterten Kader des U-18-Teams. Er steht auf Abruf für einen Einsatz beim AST bereit. „Es hat mich riesig gefreut, dass ich es beim Try-Out überhaupt in den Kader geschafft habe“, sagt Lucien, der in Brake aufgewachsen ist. Er ist am Dienstag 17 Jahre geworden, fühlt sich topfit und lässt keinen Zweifel daran, dass er jederzeit helfen könnte: „Sollte ich gebraucht werden, heißt es ,Sachen packen und los gehts’.“
Die Oldenburger wollen mit dem Team ein positives Ausrufezeichen setzen, nachdem die Mannschaft in den Vorjahren knapp am Ziel vorbeigeschrammt ist.
