Oldenburg - Der Mannschaftsführer fehlte, die Punkte waren trotzdem da: Auch ohne Arkadiy Kharenko hat der Oldenburger TeV II am Sonntag einen souveränen Heimtriumph gegen den TuS Wettbergen gefeiert und damit den ersten Sieg in diesem Oberliga-Winter eingesackt. Weil der Kapitän kurzfristig verletzt passen musste, standen gegen den Aufsteiger aus Hannover erstmals alle drei Heine-Brüder auf diesem Niveau in einem Tennis-Team auf dem Feld. Jan (Jahrgang 2000), Ole (2002) und Ben Heine (2003) siegten gemeinsam mit Lasse Muscheites (1996) aus der spielfreien Regionalliga-Mannschaft deutlich mit 5:1.
Pech
„Das Verletzungspech bleibt Arkadiy treu“, sagte OTeV-Sportleiter Daniel Greulich über die Sorgen um den in diesem Winter zum Nachfolger von Sebastian Strehle gekürten Mannschaftsführer. Dieser hatte beim Saisonstart eine Woche zuvor beim DTV Hannover (3:3) noch ausgesetzt und wollte jetzt eigentlich im Oberliga-Betrieb einsteigen. Daraus wurde aber nichts, nachdem er tags zuvor einen Einsatz als Aushilfe in der dritten Mannschaft in der Landesliga nicht schadlos überstanden hatte.
Einsatz
„Nachdem er bereits im Einzel umgeknickt war, verletzte er sich auch noch im Doppel, so dass wir ihn am Sonntag geschont haben“, erläuterte Greulich, wie Kharenkos Wunsch nach etwas Spielpraxis in einem erneuten Ausfall in der „Zweiten“ gemündet war. Das Landesliga-Team hatte vor dem Duell bei SW Cuxhaven (Endstand: 2:4) wegen zwei verletzten Spielern sowie zwei Teammitgliedern auf Studienfahrt ebenfalls personell S.O.S. gefunkt. Wie Kharenko (verlor im Einzel wie im Doppel mit Bernhard Freese) half auch Muscheites (Einzel-Niederlage, Doppel-Sieg mit Ben Heine) aus. „Super Einsatz“, lobte Greulich den Zusammenhalt im Verein, der allerdings für Kharenko negative Konsequenzen hatte.
Debüt
Durch den Ausfall des Kapitäns feierte Ben Heine sein Oberliga-Debüt, bekam es trotz Position vier gleich mit einem der stärksten Spieler von Wettbergen zu tun und unterlag Goran Tufekcic trotz eines beherzten Auftritts 4:6, 2:6. Es sollte aber die einzige Niederlage an diesem Tag bleiben. Im Einzel gaben sich seine Brüder Jan (6:3, 6:1 gegen Timon Scholtissek) und Ole (6:3, 6:4 gegen Thierry Grätz) wie Muscheites (6:2, 6:0 gegen Kenneth Holsten) nach leichten Anlaufschwierigkeiten letztlich kaum eine Blöße.
Konzentration
„Wenn man mit solch einer Führung als Favorit in die Doppel geht, ist es nicht einfach, die Spannung hochzuhalten – und dann ist schonmal etwas Sand im Getriebe“, erklärte Greulich, doch das Quartett machte aus dem 3:1 nicht nur einen Sieg, sondern hochkonzentriert ein klares 5:1. Jan und Ole Heine bezwangen Scholtissek und Holsten 6:4, 6:2, während ihr jüngerer Bruder mit Muscheites ein 7:6, 6:1 gegen Grätz und Tufekcic verbuchte. Kurioserweise hatte das Duo genau so schon am Samstag das Doppel in Cuxhaven gewonnen. „Toll, wie sich Ben hier integriert hat“, lobte Greulich den Youngster nach dessen Oberliga-Debüt und ergänzte: „Es ist schon ein Privileg, einen Lasse als Doppelpartner zu haben – das muss man aber auch annehmen.“
