Nikolausdorf/Bösel - Wer vor einem Tennis-Turnier darauf setzt, dass sich ein Ungesetzter durchsetzt, kann sich damit schnell mal in die Nesseln setzen. Schließlich wird die Setzliste ja nicht aus Jux und Tollerei, sondern aufgrund von vorherigen Ergebnissen erstellt. Dennoch kommt es natürlich immer wieder vor, dass ein Ungesetzter, der sich hohe Ziele gesetzt hat, ein Ausrufezeichen setzt – und das auf allen Ebenen. So hatte 1985 ein gewisser Boris Becker als Ungesetzter Wimbledon gewonnen. Und Daniel Rolfes konnte vor Kurzem als Ungesetzter Nordostdeutscher Meister der M40 werden. Eben jener Daniel Rolfes und weitere Engagierte vom TC Nikolausdorf-Garrel haben nun einen Orange- und Green-Cup für Kinder bis zehn Jahre, der zur Turnierserie des Tennisverbandes Niedersachsen-Bremen gehört, organisiert. Bei dem hat ein Lokalmatador aus dem Landkreis Cloppenburg überrascht, indem er ihn zwar nicht gewonnen, aber immerhin als Ungesetzter das Finale erreicht hat: Leon Janzen vom TV Bösel nutzte die tolle Veranstaltung auf der schönen Anlage des TCNG, um zu zeigen, dass er ein großes Talent ist.
Jungen U10
Insgesamt 96 Kinder aus Niedersachsen, aber auch aus Bremen, Hamburg, Sachsen und Hessen hatten an drei Tagen in Nikolausdorf ums Weiterkommen gekämpft. Beim Green-Cup der Mädchen und Jungen des Jahrgangs 2013, der mit leicht druckreduzierten Bällen mit grünem Punkt auf Sandplätzen normaler Größe über die Bühne ging, hatte Leon Janzen zunächst das Duell zwei Ungesetzter gewonnen, um dann mit Erfolgen gegen den an sechs und den an vier Gesetzten ins Halbfinale einzuziehen. In der Vorschlussrunde lieferte sich das Talent des TV Bösel dann ein spannendes Match mit dem an zwei gesetzten Moritz Mauer (Wardenburger TC), in dem der Außenseiter mit 3:6, 6:4 und 10:6 die Oberhand behielt. Der dritte Satz wurde immer im Matchtiebreak gespielt. Das bedeutet, das derjenige gewinnt, der als Erster zehn Zähler – und mindestens zwei Punkte Vorsprung – hat. Im Endspiel zeigte dann aber der an drei gesetzte Josz Jurys (TC Lilienthal), dass er der gesamten Konkurrenz zurzeit einiges voraus hat. Er siegte 7:5 und 6:3, nachdem er im Halbfinale den an eins gesetzten Bennet Rohde (Oldenburger TeV) 7:5, 7:5 geschlagen hatte. Die Nebenrunde gewann Christian Fries (MTV Treubund Lüneburg).
Mädchen U10
Im Green-Cup der Mädchen waren die Favoritinnen im Halbfinale unter sich: Lia Merkhoffer (Nummer 1, TC Schwülper) bezwang Ella Schneegans (3, TC Lingen) mit 6:4 und 6:2, um sich dann im Endspiel gegen Luisa Kruse (2, TC Melle), die im Semifinale 6:2 und 6:3 gegen Madeleine Plog (4, Osnabrücker TC) gewonnen hatte, erneut mit 6:4 und 6:2 durchzusetzen. In der Nebenrunde triumphierte Maila Queck (TC Bissendorf).
Die Siegerinnen und Sieger der verschiedenen Konkurrenzen des Turniers beim TC Nikolausdorf-Garrel. Bild: Tatiana Hüttmann
Jungen U9
Im Orange-Cup der U9 mit stärker druckreduzierten Bällen (oranger Punkt) auf dem kleineren Midcourt dominierte der topgesetzte Florian Koch (TSV Rethen/Leine) die Jungen-Konkurrenz. Er gab in vier Matches nur ein Spiel ab. Ins Finale hatte es zudem Jaron Gögge (2, TC im TV Vahrendorf) geschafft, das Semifinale hatten außerdem Lasse Weber (7, TSV Jahn Hollenstedt-Wenzendorf) und Jordi Leopold Lucan (3, Club zur Vahr/Bremen) erreicht. In der Nebenrunde siegte Lasse Bosenius (TG Uesen).
Mädchen U9
Bei den Juniorinnen war es spannender und der Ausgang nicht unbedingt zu erwarten. So gewann die an drei gesetzte Viktoria Nikitina (TC Oesede) das umkämpfte Finale gegen Marlene Havliza (5, Bremer TC) 4:6, 6:3, 10:4. Da sie kampflos die Vorschlussrunde überstanden hatte, weil Paula Kerosevic (2, Braunschweiger MTV) nicht antreten konnte, dürfte sie einen Vorteil gegenüber ihrer Finalgegnerin gehabt haben, die im Semifinale die an eins gesetzte Rica Biermann (DTV Hameln) mit 2:6, 7:6 und 10:3 niederringen musste. Die Nebenrunde gewann Ida Schierbaum (Osnabrücker TC) souverän.
Am Ende gab es für die Hauptrunden-Sieger Pokale und Gutscheine sowie für die Nebenrunden-Gewinner Medaillen. Zudem gab es für alle Beteiligten etwas, was besonders wichtig ist – zusätzliche Erfahrung auf dem Platz unter Wettkampfbedingungen.
