Ahlhorn - Überraschender Rücktritt beim Ahlhorner SV: Thomas Neuefeind, Trainer der ASV-Faustballer, nimmt seinen Hut. Seit geraumer Zeit habe sein Team bei den Deutschen Meisterschaften in der Vorrunde nicht gut gespielt – „das zehrt an den Kräften“. Zuletzt war die Mannschaft bei der DM in Rosenheim nach zwei Vorrundenniederlagen vorzeitig ausgeschieden. „Nach dieser DM war der Schmerz noch größer.“

Nach dem Turnier habe er auch Selbstkritik geübt, sagt Neuefeind. Es sei ein normaler Werdegang, sich selbst zu verändern. In fünf Jahren lebe sich vieles ab. „Meist ist es der Trainer, der den ersten Schritt macht.“ In der vergangenen Woche habe er ein Gespräch mit der Mannschaft geführt: „Das klang nicht sehr überzeugend.“ Aber: „Wir haben uns nicht im Streit getrennt oder waren bitterböse – vielleicht ist es auch nur für eine Saison“, sagt Neuefeind. Als Berater stehe er der Mannschaft immer zur Verfügung. Und: „Eine Rückkehr ist nicht ausgeschlossen.“

Nun hofft der ehemalige ASV-Trainer, der auch weiterhin stellvertretender Abteilungsleiter bleibt, auf einen positiven Effekt: „Vielleicht geht jetzt ein Ruck durch die Mannschaft.“ Zu den Spielen werde er, wenn er Zeit habe, auch künftig gehen: „Mein Herzblut steckt trotzdem in Ahlhorn.“

Und auch für einen Nachfolger ist gesorgt: Kapitän Karsten Bilger wird in der Feldsaison als Spielertrainer fungieren. Nach der DM habe sich die Mannschaft intern zusammengesetzt, erzählt er. „Innerhalb des Teams war der Reiz und die Spannung abhanden gekommen.“ Als Kapitän habe er die Bereitschaft erklärt, als Spielertrainer Verantwortung zu übernehmen. In einem gemeinsamen Gespräch mit Thomas Neuefeind sei dann die Entscheidung im Konsens gefällt worden – auch, um neue Kräfte freizusetzen.

„Dabei sehe ich mich primär an der Seitenlinie“, sagt Bilger. Da Paul Barklage als Abwehrspieler bereits sein Können unter Beweis gestellt habe, sei ihm diese Entscheidung noch leichter gefallen. „Ich werde die Mannschaft von außen begutachten und versuchen, neue Impulse und Reize zu geben“, sagt der neue Trainer. Erstmal sei diese Konstellation nur für die Feldsaison vorgesehen. „Danach setzen wir uns zusammen und schauen, wie erfolgreich es gelaufen ist – wir wollen uns überraschen lassen, wo der Weg hinführt.“

Etwas überrascht von dem Rücktritt war indes Ulrich Meiners, Faustball-Abteilungsleiter beim ASV: „So kurz vor Beginn der Saison hatte ich nicht damit gerechnet“, sagt er. „Es ist sehr schade, weil Thomas über die Jahre ein verlässlicher Trainer war.“ Dennoch: „Bei den Deutschen Meisterschaften in den vergangenen Jahren kam es nie zum großen Wurf – das ist auf Dauer enttäuschend.“

Nun gebe es mit Karsten Bilger als Spielertrainer einen anderen Anreiz. Wie es nach dem Sommer weiter gehe, zeige sich im Verlauf der Saison.