THüLE - Wer denkt bei den Gespannfahrern nicht an eine längste vergessene Zeit im Wilden Westen, als Gespanne über die Steppe jagten? Sie hat schon etwas Nostalgisches, diese Sportart, die immer mehr im Kommen ist. Hautnah können dies die Besucher und Pferdefreunde am Sonnabend, 30. Juni, und am Sonntag. 1. Juli, erleben.

Dann richtet der Reit- und Fahrclub Thüle auf dem Gelände des zehnfachen Deutschen Meisters der Vierspänner, Bernd Duen, und in den angrenzenden Wäldern die Weser-Ems-Meisterschaft und die Kreismeisterschaft Oldenburger Münsterland für Zweispänner aus. „Wir haben alle Vorkehrungen für ein Fahrsportspektakel abgeschlossen“, sagt Guido Pleye aus Bösel, Vorsitzender des RFC Thüle. Alle Titelträger des Vorjahres gehen an den Start. Die Besucher können sich auf spannende Wettbewerbe freuen. Gespannfahrer sind nicht nur Leistungssportler, ganz nebenbei sind sie schon fast kleine Logistikunternehmer aus Leidenschaft. Ein großes Unternehmen: Beim Turnier wirkt der Zeltplatz wie ein

Zigeunerleben. Das wird am Wochenende in Thüle nichts anderes sein. Die Fahrer eint die Liebe zu den Pferden. Fahrsport ist eine Mischung aus Eleganz, Aktion, Harmonie, Tradition und Schnelligkeit. Mit das Schönste ist allerdings, das Familienleben. Sie alle gehören zur großen Familie der Fahrsportler, jeder hilft jedem. Hier können noch Sattel- bzw. Geschirrkammer offen bleiben, da braucht man nicht sein Wohnmobil abschließen oder den Hänger mit Diebstahlsicherung zu versehen, denn alles, was ausgeliehen wird, findet den Weg zurück zu seinem Besitzer.

Doch wenn das Turnier beginnt, packt alle das Fahrfieber. Bei der Dressur, beim Kegel- oder der Streckenfahrt: dann packt sie der Ehrgeiz. Immer wieder. Die Besucher können dass auf den Meisterschaften in Thüle erleben. Neben den Zweispänner-Meisterschaften für Ponys und Pferde findet zudem die Qualifikationsprüfung zum Bundeschampionat des Deutschen Fahrpferdes/Pony statt. Etwa 90 Gespanne gehen an den Start. Ein Hauch von der Königsklasse im Fahrtsport, den Vierspännern, werden die Pferdefreunde ebenfalls in einer Aufbauprüfung verspüren. Man nennt sie auch die Formel 1 im Fahrtsport.

„Es ist alles für ein großes Sportereignis angerichtet sagt Guido Pleye. Bei Hausherrin Thekla Duen ist noch einmal „Großreinemachen“ angesagt. Sie zeigt sich ohnehin als „Hans Dampf in allen Gassen“ und dies im wahrsten Sinne des Wortes, egal ob es um das Putzen der Gaststube geht, das Aufräumen oder das Kochen – alles von Hand und nichts aus der Dose. Und meist steht sie abends noch hinter der Theke und zapft ein hervorragendes Pils.

Beim Turnier in Thüle sind über 100 Helfer im Einsatz. Los geht es am Sonnabend, 30. Juni, ab 7 Uhr mit der Dressur und dem Kegelfahren. Diese Wettkämpfe werden parallel auf zwei Plätzen bei der Reithalle Duen ausgetragen. Hintergrund: „Die Weser-Ems Meisterschaften dürfen nur an zwei Tagen ausgetragen werden“: Gegen 20.30 Uhr soll es dann die Siegerehrung dieser ersten beiden Teilprüfungen im Festzelt geben.

Die Ergebnisse fließen in die Meisterschaftswertung ein. Der Sonntag, 1. Juli sieht ab 8 Uhr bis etwa 16.30 Uhr die Gelände- und Streckenfahrt, bei der fünf bzw. sechs Hindernisse zu durchfahren sind.

In der letzten Teilprüfung fällt die endgültige Entscheidung darüber, wer sich dann später den Lorbeerkranz eines Meisters umhängen darf. Mit Enno Georg aus Alsfeld hat man unter anderem auch einen versierten Richter verpflichtet, der schon auf allen Turnierplätzen der Welt gerichtet hat.

Den Parcoursbau hat sich Hausherr Bernd Duen nicht nehmen lassen.