Hohenkirchen/Etzel - Die Oberschule in Hohenkirchen ist am Wochenende zur Kicker-Arena umfunktioniert worden. Die besten Tischfußballer Niedersachsens haben an 16 Tischen zunächst ihre Landesmeister und am Sonntag die Aufsteiger zur Regionalliga ermittelt.
Wer nicht hören will, muss fühlen
Mit Kneipensport hatte das, was am Wochenende geboten wurde dabei nichts zu tun. Daher gehört auch das passende Outfit fest dazu. Vorgeschrieben sind nicht nur einheitliche Trikots und Hosen. Auch Sportschuhe sind laut Reglement vorgeschrieben. Und genau die hatte Reemt Borchers, der sich über verschiedene Turniere in der Region und in Braunschweig für die Landesmeisterschaft qualifiziert hat, nicht dabei. Im Einzel spielte er noch in seinen Straßenschuhen, im Doppel wurde er auf das falsche Schuhwerk hingewiesen. Da er selbst keine dabei hatte, tauschte er mit seinem Teamkollegen Christoph Poschwatta. Allerdings waren die geliehen Sportschuhe zwei Nummern zu klein – wer nicht hören will, muss eben fühlen. Die Leistung stimmte trotzdem. An der Seite von Marco van Lengen sicherte sich Borchers den siebten Platz. In einem Feld, indem die Weltmeister von 2017 nicht ins Finale gekommen sind, ist das eine starke Leistung.
Hohe Qualität im Starterfeld
Dass die Meisterschaft in Hohenkirchen ausgetragen wurde, war eher Zufall. Die Truppe aus Etzel hatte sich den Sprung in die Regionalliga zum Ziel gesetzt. Da sich kein Ausrichter für die Landesmeisterschaft und die Landesliga fand, haben die Etzeler sich kurzerhand bereit erklärt. Über Christoph Poschwatta, der Lehrer in Hohenkirchen ist, wurden die Räumlichkeiten organisiert. Zwar beklagten sich einige Akteure aus dem Süden Niedersachsens über die weite Anreise, der Qualität hat das aber nicht geschadet. „Das Niveau war ein beiden Tagen schon richtig gut“, sagte Max Thölke, Sportwart des Niedersächsischen Tischfußballverbands. Auch wenn die Beteiligung an der Landesmeisterschaft etwas hinter den vergangenen Veranstaltungen zurückgeblieben ist, fiel das Fazit positiv aus. „Enttäuscht bin ich nicht, auch wenn aus Osnabrück niemand dabei war“, fügte Thölke hinzu. Aber vielleicht verfolgten sie die Partien ja im Livestream.
Besondere Erfahrung für Liek ut
Die Tischfußballer aus Etzel haben sich als Ausrichter auf jeden Fall bewährt. Die Räumlichkeiten in der Oberschule in Hohenkirchen waren ideal, die Cafeteria versorgte alle mit ausreichend Snacks und Getränken. Und für die, mit größerem Hunger, wurde die örtliche Pizzeria überzeugt, schon früher aufzumachen. Sportlich sammelten viele Athleten von Liek ut besondere Erfahrungen. Die Gegner aus Hannover und Braunschweig forderten ihnen alles ab. Reemt Borchers verbrachte am Sonntag seinen zweiten Tag in Folge mit Tischfußball. Und diesmal trug er auch von Anfang an Sportschuhe – sogar in seiner Größe.
