28 Jahre lang schlug Felix Lingenau für die erste Tischtennismannschaft des TV Hude auf. An diesem Sonntag (11 Uhr, Halle Hohelucht) steht für das „Urgestein“ voraussichtlich das letzte Punktspiel auf dem Programm. Was der 43-Jährige anschließend vor hat, erzählt er vor dem Oberliga-Finale gegen den MTV Jever.

Mit dem Heimspiel gegen Jever endet am Sonntag Ihre langjährige Ära in der ersten Herrenmannschaft. Wie kam es dazu, jetzt einen Schlussstrich zu ziehen?

LingenauIch bin schon seit zwei oder drei Jahren ein ganzes Stück schwächer geworden, so dass ich mit meinem Niveau mittlerweile nicht mehr unverzichtbar bin. Wir haben eine Reihe an Leuten, die ähnlich gut sind – ich bin also ersetzbar. Künftig werde ich als Trainer gebraucht. In der Funktion werde ich vielleicht sogar mehr in der Halle sein als vorher.

Was waren Ihre Highlights in all den Tischtennis-Jahren?

LingenauDa fallen mir natürlich eine ganze Reihe an außergewöhnlichen Momenten ein. Im Turnierbereich war es zum Beispiel das Erreichen des Einzel-Viertelfinals bei den Norddeutschen Meisterschaften. Das war zu der Zeit, als ich Abwehr gespielt habe. Mit der Mannschaft waren es alle Jahre, die wir in der Oberliga dabei waren. Das ist vom sportlichen Rahmen ein ganz anderes Tischtennis als in der Verbands- oder Landesliga. Zudem bin ich sehr froh, während meiner aktiven Zeit mit herausragenden Talenten wie Martin Gluza, Daniel Kleinert oder nun Sören Dreier zusammen gespielt zu haben.

Oberliga-Relegation 2016: Felix Lingenau zeigt wie gewohnt große Emotionen.

Oberliga-Relegation 2016: Felix Lingenau zeigt wie gewohnt große Emotionen.

Sie sind dem TV Hude stets treu geblieben – das ist im höherklassigen Tischtennissport eher selten. Haben Sie wirklich nie mit dem Gedanken gespielt, einmal für einen anderen Verein aufzuschlagen?

LingenauFür mich war das nie selbstverständlich, immer in Hude zu spielen. Es war aber für mich stets die beste Wahl. Ich hatte nie das Gefühl, woanders die bessere Möglichkeit zu haben, meinem Sport – so wie ich es gern möchte – nachzugehen. Nur ein einziges Mal hatte ich mit einem Wechsel spekuliert. Das hatte den Grund, weil wir in Hude eine Mannschaft hatten, mit der ich mich vom Menschlichen her nicht identifizieren konnte. Das ist aber schon mehr als 20 Jahre her.

Werden Sie den Schläger komplett an den Nagel hängen oder kann der TV Hude auf das eine oder andere Comeback hoffen?

LingenauDas schließe ich nicht aus – das kann durchaus passieren. Es ist keine Grundsatzentscheidung, dass ich kein Tischtennis mehr spielen will. Am liebsten würde ich als Spieler und Trainer gleichzeitig aktiv sein, das lässt sich jedoch nicht arrangieren. Wichtig ist mir auch die Zeit mit meiner Familie. Es ist also keine Entscheidung für immer, sondern für jetzt.

Wie sieht die Funktion als Trainer aus?

LingenauWir haben eine Fördergruppe, die ich zweimal in der Woche trainieren werde. Trainieren werden dort junge und motivierte Spielerinnen und Spieler vom TV Hude und aus der Umgebung, sofern dort Interesse besteht. Wir wollen eine heiße und entwicklungsfähige Trainingsgruppe bilden, die ich gern führen und zur nächsten Leistungsebene begleiten möchte.

2004: Schon vor 19 Jahren spielte Felix Lingenau in der ersten Herren des TV Hude.

2004: Schon vor 19 Jahren spielte Felix Lingenau in der ersten Herren des TV Hude.

Sie sind hauptamtlich beim TVH als Sportreferent tätig und Vorsitzender beim Kreisverband Oldenburg-Land. Werden Sie diese Posten auch zukünftig ausüben?

LingenauMeinem Beruf beim TV Hude werde ich weiter nachgehen. Beim Kreisverband sieht es so aus, dass noch in diesem Jahr eine Fusion mit dem Stadtverband Delmenhorst angedacht ist. Wie der Vorstand dann nach der Fusion aussehen wird, ist offen. Eventuell gehöre ich dem Vorstandsteam an, möglicherweise in einer kleineren Rolle.

Gegen Jever steht auch Sören Dreier zum letzten Mal für Hude am Tisch, das Team steht somit vor einem Umbruch. Ist die erste Herren für die Zukunft gewappnet?

LingenauOb die Mannschaft die Oberliga halten wird, das vermag ich noch nicht zu sagen. Wir werden sicherlich eine Truppe haben, die um den Klassenerhalt mitspielen kann. Und mit der Trainingsgruppe wollen wir dieses Ziel schaffen. In diesem Bereich ist der Verein nun besser aufgestellt als vorher. Dementsprechend bin ich ganz optimistisch, was die Zukunft angeht.