Cloppenburg - Für den Gegner geht’s um alles, für die TVC-Volleyballerinnen eigentlich um nichts mehr. Für sie ist das Spitzenduell eher so etwas wie ein Testspiel für die nächste Saison. Dennoch wollen sie an diesem Sonnabend (18.30 Uhr) Drittliga-Spitzenreiter SG Marmagen/Nettersheim Paroli bieten. Zu gerne würden sie dem ersten Anwärter auf einen Platz in der zweiten Liga – die SG hat zwei Spieltage vor Ende einen Punkt Vorsprung auf den SV Bad Laer – zeigen, dass alles ganz anders hätte laufen können. So ist Trainer Panos Tsironis überzeugt davon, dass sein Team den Aufstieg geschafft hätte, wenn der Verein nicht aus wirtschaftlichen Gründen abgewunken hätte. Dafür spricht auch der TVC-Sieg im Hinspiel.

„Wir haben in der Hinrunde 3:2 gewonnen, allerdings haben Laura Blömer und Andrea Buschmann in der Partie eine wichtige Rolle gespielt“, schränkt Tsironis, dessen Team Platz drei belegt, ein. Nun ist Blömer bekanntlich schon seit der Weihnachtspause nicht mehr dabei, und Buschmann liegt nach einem Sturz noch immer im Krankenhaus. „Simone Elsner und Lisa Lammers sollen Andrea als Mittelblockerin vertreten“, plant Tsironis. Auf Blömers Position der Außenangreiferin können sich Lena Middendorf und Heike Schleifer beweisen.

Besonders motiviert dürfte auch Gwendolin Lake sein, könnte das Duell mit dem Spitzenreiter doch für sie das zweitletzte Spiel im TVC-Trikot sein. „Gwendolin wird wohl zu Bayer Leverkusen wechseln“, sagt Tsironis. „Sie will in der zweiten Liga spielen, was ich als ehemaliger Spieler gut verstehe.“ Als Trainer kann er sich nur schwer mit dem Wechsel abfinden. „Gwendolin ist beim TVC groß geworden. Sie war gerade erst elf Jahre alt, als ich sie kennengelernt habe. Und nun erreicht sie ihre Höchstform und geht weg, weil der Verein ihr nicht bieten kann, was sie braucht. Das sollte den Vorstand ernsthaft beschäftigen.“

Den Trainer ärgert noch immer, dass offenbar nicht genug Sponsoren für Liga zwei gewonnen werden konnten. „Wir haben 70 bis 80 Prozent Spielerinnen aus Cloppenburg im Team. Diese Philosophie müssen wir noch besser präsentieren.“

Nun gilt es aber erst einmal, sich im „lautesten Wohnzimmer der Eifel“ gut zu präsentieren. So nennen die Spielerinnen des Spitzenreiters ihre Heimspielstätte. Sollte der TVC gewinnen, könnte es aber selbst dort mal ganz leise sein . . .

Steffen Szepanski
Steffen Szepanski Redaktion Münsterland (Lokalsport)