Oldenburg/Wedel - Der Ärger war auch einen Tag nach der 63:74-Niederlage der ProB-Basketballer der Baskets Akademie/OTB im ersten Playoff-Halbfinale bei Rist Wedel noch nicht verraucht. Die seiner Ansicht nach chaotischen Zustände und die überharte Spielweise des Gegners hatten Trainer Mladen Drijencic am Sonnabend in Rage versetzt.
Weil sie auf dem Weg nach Wedel im Stau standen, konnten sich die „Akademiker“ nicht wie gewohnt auf die Partie vorbereiten. Dazu kam ein extrem körperlich agierender Gegner, der die Gäste mit Methoden an der Grenze zum Erlaubten und darüber hinaus überraschte. Letztlich setzte es für die Oldenburger erstmals in diesen Playoffs eine Niederlage, so dass das Team von Drijencic in der Serie mit 0:1 in Rückstand geriet.
„Erst gab es Chaos auf der Autobahn, weshalb wir uns nicht mit dem richtigen Rhythmus auf das Spiel einstellen konnten – danach folgte Chaos auf dem Spielfeld“, meinte Drijencic. Die Schiedsrichter hätten Kontakte mit einem anderen Maßstab bewertet als in der kompletten Saison zuvor. Zudem hätten sie sich nicht an eine Absprache gehalten, wonach das Spiel fünf Minuten später habe beginnen sollen.
Bis zur Halbzeit gerieten die „Akademiker“ 27:43 in Rückstand und fanden keine Antwort auf die robusten Gastgeber. Danach nahm seine Mannschaft „die Schlägerei an“, wie Drijencic es ausdrückte. „Damit waren wir wieder konkurrenzfähig, nur mit Basketball hatte es wenig zu tun – es erinnerte eher an Judo“, meinte der Coach.
Es gelang den Oldenburgern zwar, die Viertel drei und vier zu gewinnen (18:17, 18:14). Doch sie schafften es nicht, Wedel endgültig auf die Matte zu bekommen – dafür war die Hypothek der ersten Halbzeit doch zu groß.
Ganze 18 Ballverluste leisteten sich die „Akademiker“ im Verlauf der Partie – wobei allein sieben auf das Konto des sonst so ballsicheren Point Guards Kevin Smit gingen. Er blieb in der körperbetonten Partie unter seinen Möglichkeiten. Beste Oldenburger waren Mike Taylor und Jordan Reves. Den überragenden Akteur des Tages stellte aber Wedel: Der erst 19-jährige Janis Stielow (18 Punkte/8 Rebounds/4 Steals) war mit vier von sechs verwandelten Dreiern erfolgreichster Punktesammler von Rist.
Für das zweite Spiel am nächsten Sonnabend (18 Uhr, Sporthalle Haarenufer) habe sein Team viel gelernt, meinte Drijencic: „Wir haben unsere Schlüsse gezogen und werden reagieren.“ Um die Chance auf das Finale zu wahren, muss im Heimspiel ein Sieg her.
Baskets Akademie/OTB: Taylor 20/3, Reves 20, Smit 8/1, Lockhart 7, Hänig 4, Wimberg 2, Witte 2, P. Albrecht, F. Held, Schmikale, Wess.
