Cloppenburg - Der ehemalige Fußball-Bundesligatrainer Werner Biskup ist am Sonntag im Krankenhaus Quakenbrück (Kreis Osnabrück) verstorben. Ursache war ein Hirnschlag. Der 72-Jährige trainierte zuletzt in der Saison 2012/13 den Kreisligisten SC Sternbusch. Der Profispieler aus den 1960er und 1970er Jahren (Bayer Leverkusen, Fortuna Düsseldorf, 1. FC Köln, RFC Lüttich) wohnte auch seit 2000 in diesem Cloppenburger Stadtteil.

In Erinnerung bleibt Biskup vor allem als Trainer von Hannover 96: Er rettete die Landeshauptstädter 1984 vor dem Abstieg in die dritte Liga und schaffte 1985 überraschend den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Dieser Erfolg sei „ein kleines Wunder“ gewesen, sagte er 2012 im Gespräch mit der NWZ  anlässlich seines 70. Geburtstages.

Doch der Erfolgsdruck hätte ihn fast völlig ruiniert – der gebürtige Bottroper griff zum Alkohol. Im November 1985 zog der Verein die Reißleine und entließ ihn.

Auch bei seinen folgenden Stationen als Trainer (Arminia Hannover, Trabzonspor und Hessen Kassel) bekam er dieses Problem nicht in den Griff. Nach einem erfolgreichen Entzug heuerte er zur Saison 1993/94 beim damaligen Drittligisten VfL Osnabrück an. Während der folgenden Spielzeit holte ihn seine Krankheit aber wieder ein, und Biskup wurde zu Beginn des Jahres 1995 entlassen.

Im Jahr 2000 – er hatte seine Sucht in der Zwischenzeit unter Kontrolle bekommen – übernahm er für eine Saison den BV Cloppenburg (Oberliga). Von 2005 bis 2009 stand er an der Seitenlinie des SC Sternbusch. Zunächst rettete er den Club vor dem Abstieg, 2006/2007 führte er ihn dann überraschend zur Meisterschaft in der 1. Kreisklasse. Dieser Titelgewinn habe ihm große Freude bereitet, fast mehr als der Aufstieg mit 96. „In Hannover hatte ich viele Helfer, in Sternbusch musste ich alles alleine schaffen“, sagte Biskup vor zwei Jahren. SC-Vorsitzender Hans-Peter Zuckschwerdt trauert um einen „pflichtbewussten, disziplinierten und zielstrebigen Fußball-Fachmann“, der im Verein sehr beliebt und anerkannt gewesen sei.

Bevor er 2012 erneut den SC trainierte, war er drei Jahre lang als Spielerscout für den 1. FC Köln tätig. Mit diesem Club hatte er als Abwehrspieler auch seine größten Erfolge gefeiert, stand 1970 und 1971 im Finale des DFB-Pokals. Seine aktive Karriere endete 1975, vor seinem Engagement in Hannover trainierte er Lüttich, Preußen Münster, Osnabrück und Bayer Uerdingen.