Cloppenburg/Hamburg - „Reaktion zeigen“, heißt die Parole für die Regionalliga-Fußballer des BV Cloppenburg. Nach der deutlichen 2:5-Heimpleite gegen Weiche Flensburg geben die Soestestädter an diesem Sonnabend bei Schlusslicht Victoria Hamburg ihre Visitenkarte ab. Die Partie im Stadion Hoheluft wird um 14 Uhr angestoßen.

Dass die Cloppenburger – was nicht allzu häufig vorkommt – als Favorit an die Elbe reisen, versucht Trainer Jörg-Uwe Klütz gar nicht erst wegzudiskutieren. „Klar, die Papierform spricht schon für uns, aber das wird kein Selbstgänger. Victoria wird mit aller Macht versuchen, gegen uns das Ruder herumzureißen“, warnt der 45-Jährige. Die schlimmen Schnitzer in der Weiche-Partie wurden unter der Woche mittels Videoanalyse aufgearbeitet. „So etwas wie gegen Weiche ist uns lange nicht mehr passiert. Ich erwarte, dass die Mannschaft eine Reaktion zeigt“, fordert Klütz. Dass seine Spieler voraussichtlich auf eine stürmische Heimelf treffen werden, stört ihn nicht. Im Gegenteil: „Victoria muss gewinnen. Da dürften sich für uns einige Räume zum Kontern bieten.“ Auf jeden Fall muss der BVC von Beginn an „auf Sendung sein“. In der Vorsaison lag das Klütz-Team an selber Stelle bekanntlich nach 20 Minuten bereits 0:4 hinten, um am Ende unglücklich 4:5 zu verlieren. Das BVC-Tor hüten wird abermals Stefan Tilling, weil Sigi John nach der beim 3:3 gegen Meppen zugezogenen Verletzung noch nicht wieder ins Training zurückgekehrt ist.

Derweil wurde Tilling unter der Woche mit dem in der Landesliga beheimateten BVC-Nachbarn TuS Emstekerfeld in Verbindung gebracht. Neben John müssen auch Angreifer Andreas Gerdes-Wurpts und Verteidiger David Niemeyer passen. Beide verletzten sich gegen Weiche am Knie und mussten sich in Behandlung begeben. „Die endgültigen Diagnosen liegen noch nicht vor. Hoffentlich fallen beide nicht zu lange aus“, so Klütz.

Die Alternativen für die Niemeyer-Position sind Tim Hofmann und Andre Thoben. „Die letzten Trainingseindrücke werden entscheiden, wer spielt“, so Klütz. Auch in den anderen Mannschaftsteilen sind Änderungen möglich. „Freifahrtsscheine gibt es bei mir nicht“, sagt Klütz. So könnte Milad Faqiryar auf der rechten oder linken Außenbahn wieder eine Chance von Beginn an erhalten. Mit einem Sieg beim Träger der Roten Laterne würden sich die Cloppenburger der 40-Punkte-Marke bis auf fünf Zähler annähern. Zudem würde Nachbar Rehden, der Goslar erwartet, von Platz acht verdrängt werden. Eine Niederlage könnte ein Abrutschen auf Rang elf bedeuten.

Trotz des 4:5 in Hamburg in der Vorsaison spricht die Bilanz für die Klütz-Schützlinge. Bei 17:8-Toren gab’s neben besagtem 4:5 drei Siege und ein Remis. Letzteres datiert vom neunten Spieltag an der Friesoyther Straße. Ein guter Grund mehr, die positive Statistik auszubauen und den einstelligen Tabellenplatz zu zementieren.