Die Schulleiterin des Gymnasiums Ganderkesee, Dr. Renate Richter, nennt ihn ein „Urgestein“. Damit hat sie den Nagel auf den Kopf getroffen, denn Detlef Heinze kann bald auf unglaubliche 40 Jahre Schuldienst zurückblicken.
Als ich Detlef nach langer Zeit wiedertreffe, kann ich nicht erkennen, dass die vielen Jahre, in denen er sich mit Schülern auseinandersetzen musste, irgendwelche Spuren hinterlassen haben.
40 Jahre Schuldienst
„Nach 40 Jahren soll nun Schluss sein mit Schule?“, war gleich meine erste Frage. „Ja, mit dem Ende des Schuljahres ist am 20. Juli Schluss. Mir haben die vier Jahrzehnte sehr viel Spaß gemacht. Im Juni werde ich 63 Jahre alt – und dann reicht es eigentlich“, antwortet Heinze.
Geboren und aufgewachsen ist er in Oldenburg. Sein Vater war Beamter bei der Bundeswehr und seine Mutter Angestellte bei einer Bank. Bei Familie Heinze stand der Sport immer im Mittelpunkt. Vater Werner spielte in der 1. Mannschaft des VfB Oldenburg und seine Mutter war eine begeisterte Hockeyspielerin.
Aber auch Sohnemann Detlef hat sich in frühester Jugend dem Sport verschrieben: Im Tennis konnte Detlef Heinze in jungen Jahren den Vereinsmeistertitel beim VfB Oldenburg erringen. Daneben spielte er wie sein Vater Fußball und war auch in der Leichtathletik sehr erfolgreich. Die 100 Meter lief er zum Beispiel in unter elf Sekunden!
Seine Schulzeit verbrachte Detlef in Oldenburg an der Grundschule Dietrichsfeld, der Realschule an der Margaretenstraße und der Graf-Anton-Günter Schule. Hier leitete Detlef Heinze selbstständig eine Leichtathletik-AG, was ihm sehr viel Spaß bereitete. „Spätestens da war mir klar, dass meine beruflichen Ambitionen in diese Richtung gehen mussten“, erzählt Detlef mir.
1969 ging er auf die Loges-Schule in Wilhelmshaven und machte in zweieinhalb Jahren seine Ausbildung zum Gymnastiklehrer. Statt Bundeswehr leistete er Zivildienst beim Katastrophenschutz ab. Heinze hatte Glück und konnte gleich nach seinem Abschluss als Sportlehrer am Gymnasium Ganderkesee anfangen. Das war am 1. April 1972. Anfangs gab er auch noch Sportunterricht an der Sonderschule und Realschule Ganderkesee und an der Schule in Schierbrok.
„Hat sich das Verhalten der Schüler im Laufe der vielen Jahren verändert?“, will ich wissen. „Früher lief es vielleicht etwas gesitteter, aber ich kann mich auch über die heutigen Schüler nicht beklagen. Wenn ich da Kollegen aus Großstädten höre, da sind die Schüler bei uns in Ganderkesee eine Wohltat“, so Detlef Heinze.
Auf die Frage, ob er denn den Schülern zum Beispiel beim Geräteturnen heute noch selbst alles vormache, bekam ich die ehrliche Antwort: „Bis vor wenigen Jahren selbstverständlich, heute lasse ich in dieser Sportart einen meiner Schüler vormachen.“
Begeisterter Tänzer
Bei der Tanz-AG ist es dagegen ganz anders. Seit vier Jahren leitet Detlef Heinze im Gymnasium Ganderkesee Oberstufenkurse in Standard und Latein, die sehr gut angenommen werden. „Da meistens mehr Mädchen als Jungen im Kurs sind, schwinge ich mein Tanzbein ordentlich mit!“
Einige Jahre waren Detlef und seine Ehefrau ganz aktive Turniertänzer. Seine Dagmar hat Detlef auf einem Stiftungsfest des VfB Oldenburg kennengelernt. Im März 1973 wurde geheiratet und fast zur gleichen Zeit wurde der Wohnort von Oldenburg nach Ganderkesee verlegt.
Auch ihre vier Kinder haben die sportlichen Gene der Eltern mitbekommen. Die Töchter Kristina und Ulrike spielten für den VfL Oldenburg in der ersten Handballbundesliga, wo ihr Vater Detlef schon Trainer der A- und B-Jugend war. Kristina gehörte zum Kreis der deutschen Jugend-Nationalmannschaft und wurde mit der deutschen Polizeiauswahl Europameisterin. Karina und Benjamin sind ebenfalls erfolgreiche Handballer und spielten in der zweiten Bundesliga und in der Oberliga.
Heinze ist zudem politisch tätig: „Zweimal bin ich für ausgeschiedene Ratsherren nachgerückt“, verrät er mir. Und auch beim Fasching ist er dabei: Er trainierte die Jugendgarde. Da diese unter seiner Regie sehr gute Leistungen brachte, durfte sie bei den Büttenabenden auftreten.
Aus dieser Jugendgarde entstand die Grüne Garde, die noch heute ein wichtiger Bestandteil beim Ganderkeseer Fasching ist. In den ersten Jahren tanzte Detlef Heinze als Major selbst in „seiner“ Grünen Garde mit. „Das war eine tolle Zeit“, erinnert sich Detlef.
„Was machst Du ab diesem Sommer mit Deiner vielen freien Zeit?“, wollte ich zum Abschluss wissen. „Wir haben einen großen Garten, und dann habe ich ja noch meine Werkstatt“, antwortet Heinze. Für seine drei Enkelkinder hat er dort eine Familienwiege gebaut. Der Garten und das Arbeiten mit Holz sind seine neuen Leidenschaften. Derzeit arbeitet er an einem Pult.
