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Friedeburger Michael Zimmermann sieht Unfall beim Ironman „Da war nichts abgesperrt, es gab keinen Sichtschutz“

Michael Zimmermann (in Rot, rechts) beim abschließenden Marathon. Der Triathlet gehörte zu den Ersten, die die Unfallstelle beim Ironman in Hamburg passierten.

Michael Zimmermann (in Rot, rechts) beim abschließenden Marathon. Der Triathlet gehörte zu den Ersten, die die Unfallstelle beim Ironman in Hamburg passierten.

MTV Aurich

Hamburg/Friedeburg - Es ist eine Szene, die sich ins Gedächtnis eingebrannt hat. Eigentlich hatte der Friedeburger Michael Zimmermann nur einen sportlich äußerst anstrengenden Tag erwartet. Der Triathlet hatte sich gut auf seine erste Langdistanz seit 2010 vorbereitet. Selbst die Rückenschmerzen, die ihm im Vorfeld immer wieder Probleme bereitet hatten, waren am Tag des Ironmans in Hamburg verschwunden. Die Schwimmstrecke war nach guten 1:22:11 Stunden überwunden und auch auf dem Rad lief es trotz aufrechter Schonhaltung besser als erwartet.

Die 180 Kilometer lange Radstrecke verläuft über zwei Runden vom Ballindamm über die Reeperbahn, dem Fischmarkt und an den Landungsbrücken vorbei hinaus in die idyllischen Vier- und Marschlande. Doch kurz nach dem Start auf dem Rad geschah ein schwerer Unfall.

Ein verhängnisvoller Fahrfehler

Auf der Deichstraße fahren die Sportler bis zu einem Wechselpunkt, um auf der gleichen Strecke zurückzufahren. Somit kommen sich hier die Sportler im Gegenverkehr entgegen. Aufgrund des großen Medieninteresses, waren im Vergleich zu den Vorjahren sehr viele Motorräder auf der Strecke, um weltweit über den Rennverlauf zu berichten. Einer von ihnen machte einen verhängnisvollen Fehler, indem er die Motorradkolonne überholte. Hierbei übersah er einen Amateurathleten, der ihm entgegenkam. Der Zusammenprall der beiden wurde live in alle Welt „übertragen“. Michael Zimmermann gehörte zu den ersten Sportlern, die die Unfallstelle passieren mussten. Ich habe den Rettungshubschrauber gehört und dachte eigentlich, das sei die Presse“, erzählt der Friedeburger. „Als ich dann auf die Unfallstelle zugefahren bin, habe ich gesehen, wie der Motorradfahrer reanimiert wurde und, dass der Hubschrauber dort stand. Da war nichts abgesperrt und es gab keinen Sichtschutz, nichts war abgedeckt“, erinnert sich Zimmermann zurück.

Das Rennen läuft trotzdem weiter

Die Radfahrer wurden indes auf den Deich umgelenkt und um die Unfallstelle herumgeführt. Aus dem Kopf verbannen konnte Michael Zimmermann die Schreckensszene nicht. Als er auf der zweiten Runde erneut an die Unfallstelle kam, lagen nur noch Motorrad und Fahrrad auf der Straße. „Natürlich passt man dann noch mehr auf. Das Ganze hat mich während des restlichen Triathlons sehr beschäftigt. Da wird einem erst klar, wie gefährlich unser Sport sein kann. Es kann jeden treffen.“

Obwohl der Motorradfahrer seinen schweren Verletzungen erlag, wurde der Ironman nicht abgebrochen. Die Veranstalter entschieden sich dagegen, um ein großes Chaos zu vermeiden. Die Sportler geordnet in die Wechselzone zurückzuholen, beinahe ein Ding der Unmöglichkeit.

Auf der Laufstrecke vom Tod erfahren

„Ich habe auf der Laufstrecke von meiner Partnerin erfahren, dass der Motorradfahrer gestorben ist“, erzählt der Friedeburger Triathlet, der es dennoch schaffte, seinen Fokus beizubehalten. Für den abschließenden Marathon benötigte er am Ende 4:27:25 Stunden. Nach insgesamt 11:37:56 Stunden überquerte er die Ziellinie, im Gepäck eine Erfahrung, auf die er gut und gerne verzichtet hätte. „Man freut sich dennoch über seine Leistung“, sagt Michael Zimmermann unter dem Eindruck des Erlebten.

Thomas Van Lengen
Thomas Van Lengen Redaktionsleitung Sport, Jeversches Wochenblatt, Wilhelmshavener Zeitung
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