TRIER - Die Oldenburger verloren nach drei Siegen

in Folge. Nur Tyron McCoy zeigte gestern Normalform.

Von Oliver Schulz

TRIER - Wer kennt nicht dieses Gefühl am Neujahrstag: Kopf und Körper schmerzen, der Geschmack im Mund ist schal, der erste gute Vorsatz dahin. Anders als bei vielen Menschen fand der Kater der EWE Baskets gestern seine Ursache in der 85:94 (29:45)-Niederlage bei TBB Trier. Für die Baskets war es die erste Niederlage nach drei BundesligaSiegen in Folge. Die Mannschaft von Trainer Don Beck bleibt auf dem dritten Platz, allerdings hat Verfolger GHP Bamberg drei Spiele Rückstand.

Die Oldenburger hatten scheinbar vergessen, sich ihren Wecker für die Auswärtspartie zu stellen und wachten erst Mitte der zweiten Halbzeit auf. „Wir sind sehr schlecht ins Spiel hineingekommen“, gestand Co-Trainer Ralph Held. „Viele Sachen kamen da zusammen: das Spiel gegen Frankfurt drei Tage vorher, die lange Reise über Silvester nach Trier sowie ein starker Gegner, der in meinen Augen sicherer Playoff-Kandidat ist.“

Die Oldenburger konnten zu keiner Zeit an die gute Leistung aus dem Heimspiel gegen die Skyliners anknüpfen. Allerdings wurden die Gäste von den Trierern auch erheblich mehr gefordert. TBB-Coach Joe Whelton hatte sein Team glänzend auf die Baskets vorbereitet. Zudem trafen die Oldenburger in der ersten Hälfte kaum den Korb. Nur ein Viertel aller Versuche landete während der ersten 20 Minuten im gegnerischen Korb. Bis Spielende wurde die „unterirdische Quote“ (Ralph Held) auf kaum befriedigendere 38,5 Prozent gesteigert. „Wir hatten leider in unserer Defensive nicht die Intensität, die wir gegen die Trierer gebraucht hätten“, ärgerte sich Don Becks Assistent. „Und vorne haben wir unsere Würfe nicht untergebracht. Selbst einfache Korbleger gingen nicht hinein.“

Der Gegner, räumte Held ein, spielte am oberen Limit. Angetrieben von Brian Brown zeigten die Trierer, warum sie als Geheimtipp gelten. Über 14:5 (5.) und 25:17 (10.) bauten die Gastgeber vor 3800 Zuschauern den Vorsprung bis zur Pause auf 45:29 aus.

„Ich denke, wir sollten das Positive dieses Auswärtsspiels aus unserer zweiten Hälfte ziehen“, sagte Held. „Da hat die Mannschaft Charakter bewiesen und sich Schritt für Schritt herangekämpft.“ Der zwischenzeitliche 20-Punkte-Rückstand (61:81/34.) setzte bei den Oldenburger noch mal Kräfte frei, die beim 80:86 (38.) fast noch zum positiven Ende geführt hätten.

Dagegen sprachen aber der hohe körperliche Aufwand der Oldenburger und die Tatsache, dass Bill Edwards, Daniel Strauch und Kristaps Valters mit fünf Fouls längst nicht mehr mitwirken durften. „Wenn man ohnehin große Probleme mit dem ganzen Spiel hat, wirft einen so etwas zusätzlich zurück“, räumte Held ein.