Wilhelmshaven/Varna - Der Aufschrei der deutschen Delegation nach der Finalübung ging fast in der stimmungsvollen Kulisse unter: Mit einer „Beckerfaust“ feierte Thorne Spieß eine fantastische Finalübung mit Partner Mikko Ueck. Deutschland holte bei den Sportakrobatik-Europameisterschaften in Varna die erste Medaille. Und sie glänzte silbern.

Nach sehr guten Platzierungen bei internationalen Wettkämpfen und Deutschen Meisterschaften in den letzten Monaten unterstrichen Spieß/Ueck im „Palace of Culture and Sports“ in der Altersklasse 11 bis 16 Jahre mit 26,450 Punkten ihre Extra-Klasse.

Eines war schon vor dem Finale klar: Würden Mikko Ueck und Thorne Spieß fehlerfrei durch ihre Übung kommen, wäre eine Medaille in mehr als greifbarer Nähe. Und genauso kam es: Mit ihrer in der bisherigen Karriere stärksten artistischen und technischen Übung sicherten sich die beiden die Silbermedaille und den Status, das zweitbeste Herrenpaar in Europa zu sein.

Die beiden TSR-Sportakrobaten strahlten nach ihrer gelungenen Balance-Übung gemeinsam mit ihrer Heimtrainerin Silke Spieß und Bundestrainer Igor Blintsov um die Wette. „Wir sind mehr als glücklich mit dem Gewinn der Silbermedaille. Wir haben es allen bewiesen, dass wir international ganz vorne mitmischen können“, so ein zufriedener Bundestrainer.

Die Goldmedaille ging an Guilherme Siva und Salvador Oliveira aus Portugal mit 26.800 Punkten. Dritte wurde das Herrenpaar aus der Ukraine Artur Alloiarov und Artem Lukakhin mit 25.400 Punkte.

„Es war der Tag unseres Lebens. Wir haben immer wieder davon geträumt, eine Medaille bei der EM zu gewinnen,“ sagten Mikko Ueck und Thorne Spieß nach der Erfolgsübung. „Wir haben mit unserer Trainerin Silke Spieß und unserem Bundestrainer Stück für Stück an uns gearbeitet. Wenn andere und man selbst an sich glaubt, ist alles möglich. Es war eine fantastische Übung. Wir können es nicht fassen, dass wir es geschafft haben. Es ist unglaublich und irgendwie unwirklich. Wir wurden punktgenau vorbereitet und auf dieses Ereignis eingestellt. Wir danken allen Menschen von ganzem Herzen, die uns auf unserem Weg begleitet haben.“

Mira Spieß und Pia Breitkopf ereichten nach Platz 10 in der Dynamik-Übung mit 26.750 Punkten in der Balance-Übung trotz noch eines Zeitfehlers , der mit einem Abzug von 0.300 Punkten betraft wurde, als Sechste das Finale der besten acht europäischen Damenpaare.