TUNGELN - Es bedurfte erst einer Rudelbildung, um dem Spitzenspiel der Fußball-Kreisliga Leben einzuhauchen. Diese war indes entscheidend für den Ausgang des Topspiels. Am Ende besiegte der SV Tungeln den TSV Ganderkesee mit 4:0 (3:0). Drei Treffer steuerte Tammo Harde zum Kantersieg bei, der eigentlich nicht mehr auf dem Platz hätte stehen dürfen. Genauso wie der Ganderkeseer Stefan Asche. Beide lieferten sich in der 21. Minute ein Gefecht. Asche provozierte Harde, der ließ sich zu einem Schubser hinreißen, woraufhin Asche theatralisch fiel. Großer Tumult auf dem Platz. Erst nach und nach beruhigen sich die Gemüter. Schiedsrichter Linnemann zeigte beiden die gelbe Karte. „Da hätte Harde Rot sehen müssen. Doch er kriegt nur Gelb, macht dann drei Tore und wird damit zum spielentscheidenden Mann“, haderte TSV-Trainer Matthias Trätmar später mit der Entscheidung.
Es war allerdings in der Folge die gesamte Tungeler Elf, die stark aufspielte. Stabil in der Abwehr, ideenreich im Mittelfeld und schnell in der Spitze – so präsentierte sich der SVT, bei dem vor allem die Mittelachse um Duhn, Claußen, Majewski, Bury und Harde glänzte.
Die Ganderkeseer hingegen hatten außer Kampf nicht viel zu bieten. Und spätestens nach der strittigen Schiedsrichterentscheidung konzentrierten sie sich nicht mehr auf ihr Spiel. Sie schimpften auf den Unparteiischen, oder ihre Mitspieler und verloren so jede Linie. Wobei Trätmar klar feststellte: „Wir haben den Tungelern heute nichts entgegenzusetzen gehabt. Die haben verdient gewonnen. Nur das Zustandekommen des Ergebnisses wurmt mich.“
Tammo Harde avancierte dabei zum Matchwinner. Zunächst wurde der Mittelfeldakteur im Strafraum gefoult. Den fälligen Elfmeter verwandelte Majewski. Die Treffer zum 2:0, 3:0 und 4:0 besorgte der Tungelner dann selbst. So viele Tore wie von Harde an diesem Tag haben die Ganderkeseer in allen Spielen zuvor nicht bekommen. Während TSV-Trainer Trätmar sein Team am Sonntag gegen Tungeln auf verlorenem Posten sah, war SVT-Spielertrainer Jan Majewski zufrieden, „auch wenn wir noch nicht in die Spitze gehören.“
