TUNGELN/WILDESHAUSEN - Sowohl der SV Tungeln wie auch der VfL Wildeshausen glauben in der Fußball-Kreisliga nicht mehr an eine Aufholjagd um den Titel. Beide wollen sich am Ende aber möglichst direkt hinter Klassenprimus Jahn Delmenhorst positionieren.

VfL Wildeshausen

Eine einfache Rechnung macht Wildeshausens Trainer Jürgen Gaden auf, der momentan mit seiner Mannschaft den siebten Tabellenplatz belegt: „Wenn wir unser Nachholspiel gegen Jahn Delmenhorst gewinnen, katapultieren wir uns auf Tabellenplatz drei und haben eine gute Ausgangsposition.“ Dass der Tabellenführer in dieser Begegnung favorisiert ist, ist Gaden indes klar. Trotzdem ist es für ihn ein „einfaches“ Spiel, in dem seine Mannschaft nur überraschen kann.

Für mehr Punkte auf dem Konto spielen die Wildeshauser derzeit noch nicht konstant genug. Das Remis beim TV Dötlingen hat der Coach hier besonders in negativer Erinnerung. Aber auch an die knappen Niederlagen gegen Tungeln und Tur Abdin, sowie nicht zuletzt an die derbe Klatsche zu Hause gegen den TSV Ganderkesee (2:8) wird sich der Trainer nicht gerne erinnern.

Aber diese Dinge seien auch erklärbar, meinte der Coach: „Wir sind mit einem kleinen Kader in die Saison gestartet und leider von Verletzungen nicht verschont geblieben.“ Während der Hinrunde fielen Kai Meyer, Norman Seeger, Horst-Siegfried Eichhoff, Oliver Ihde, Tobias Kern und Servet Zeyrek aus. „Daher mussten wir immer wieder improvisieren und auf Spieler aus der zweiten Mannschaft und auch schon früh auf A-Jugendliche zurückgreifen. Diese Spieler haben ihre Sache ausgezeichnet gemacht, doch die ständigen Wechsel waren für das Spielsystem nicht förderlich."

Gaden erfreut sich zudem an einer guten Trainingsbeteiligung. „Wer kann ist da“, umschreibt er kurz und knapp die Trainingssituation.

Mit Kai Schmale hat er den besten Torschützen der Kreisliga in seinen Reihen. Bereits 25 Treffer hat der Angreifer auf seinem Konto, während mit großem Abstand in der Mannschaftswertung Tobias Kern (9) und Benjamin Bohrer (5) folgen.

NWZ -Prognose: Das Saisonziel bleibt bei den Kreisstädtern mit dem oberen Tabellenmittelfeld unverändert. Trifft Kai Schmale auch in der Rückrunde so erfolgreich wie bisher, dann könnten die Wildeshauser dieses Ziel durchaus übertreffen.

SV Tungeln

„Ich bin schon relativ zufrieden“, äußerte sich Tungelns Spielertrainer Jan Majewski über den derzeitigen fünften Tabellenplatz. Zu Beginn der Saison galt es, den Integrationsprozess der neuen Spieler zu vollziehen. Dieser gestaltete sich zunächst mit etwas Verzögerung. Auch wenn mit Malte Duhn (ehemaliger Landesligaspieler) und Ex-Profi Marc Bury zwei äußerst erfahrene Spieler zur Mannschaft stießen, musste sich das Team erst einmal finden.

Das zeigte sich auch an den Anfangsergebnissen, als es Spiele mit ständig wechselndem Ausgang gab. Erst später folgten konstantere Leistungen und zum Schluss der Vorrunde verabschiedeten sich die Tungelner mit zwei Siegen und scheinen jetzt für die Rückrunde gewappnet zu sein.

Als noch verbesserungswürdig sieht Jan Majewski die mangelnde Fähigkeit, schnelle Systemwechsel zu vollziehen, um sich auf die jeweilige Taktik des Gegners einzustellen. Aber der Coach verfügt auf Grund seiner langjährigen Profizeit (zuletzt beim VfB Oldenburg) über genügend Erfahrung, um mit seinem Team erfolgreich daran zu arbeiten.

„Sollten wir als Zweiter die Saison beenden, werden wir uns nicht ärgern“, meinte Majewski etwas süffisant. Ihm gehe es in dieser Spielserie allerdings eher darum, stabiler zu werden, um in nächster Zeit eventuell höhere Ziele ausgeben zu können.

Nach langer Verletzungspause komplettieren Christian Koschewitz und Marco Gruel das Team, wovon sich der Trainer frischen Wind und eine Belebung des Konkurrenzkampfes verspricht.

NWZ -Prognose: Passt alles zusammen, wird sich der SV Tungeln in den Kampf um die Vizemeisterschaft einbringen.