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NWZonline.de Sport

Serie A: „Auserwählter“ soll Juve zum zehnten Titel führen

17.09.2020

Turin Der Trainer Andrea Pirlo erinnert ein wenig an den Spieler Andrea Pirlo. Laut brüllend oder wild fuchtelnd an der Seitenlinie sieht man den 41-Jährigen nicht. Der Trainer-Novize auf der Bank von Juventus Turin coacht ruhig und bedächtig – ein stiller Anführer, wie schon als Spieler. An diesem Sonntag (20.45 Uhr) beim Serie-A-Auftakt gegen Sampdoria Genua will der 41-Jährige gleich beweisen, dass er als Trainer ein ähnlicher Ausnahmekönner wie als Spieler ist und ein Team auch von außerhalb des Feldes führen kann.

Von Juve wird in der italienischen Fußball-Meisterschaft nicht weniger erwartet als der zehnte Titel in Serie. Doch die Rivalen, allen voran Europa-League-Finalist Inter Mailand, haben aufgerüstet. „Ich weiß, dass von mir Siege erwartet werden. Das war schon als Spieler so und das wird auch als Trainer so sein“, sagte Pirlo, der seine große Aufgabe als Debütant gelassen und selbstbewusst angeht: „Ich denke, dass ich zur richtigen Zeit am richtigen Platz bin.“

Die vergangene Saison verlief für den Club von Superstar Cristiano Ronaldo ernüchternd. Auf den Titel in der Serie A folgte das Aus im Achtelfinale der Champions League. Coach Maurizio Sarri musste gehen, die Hoffnungen ruhen nun auf Pirlo, der ursprünglich die U 23 der Turiner übernehmen sollte. Auf die Frage, ob er – wie oft gemutmaßt – auch als Trainer ein „Auserwählter“ sein könne, antwortete der Weltmeister von 2006 grinsend: „Als Spieler hat es sich erfüllt und nun hoffe ich, dass mir das gleiche als Trainer passiert.“

In der Serie A ist die Juve-Dominanz mit neun Titeln in Serie sogar noch erdrückender als die des FC Bayern in der Bundesliga. Vor allem Inter Mailand mit dem ehrgeizigen Coach Antonio Conte – zuletzt als Zweiter nur einen Zähler hinter Juve – will diese Serie durchbrechen. „Ich will den Meistertitel holen, der letzte für Inter liegt schon einige Jahre zurück“, verkündete Ex-BVB-Profi Achraf Hakimi.

Die Mailänder investieren weiter kräftig, auch Arturo Vidal vom FC Barcelona soll noch kommen. Pirlo hofft nach dem Transfer des Brasilianers Arthur Melo für 72 Millionen noch auf Verstärkung im Angriff. Im Gespräch sind Barcelonas Luis Suarez oder Roms Edin Dzeko. Ex-Weltmeister Sami Khedira soll den Club dagegen verlassen.

Im Titelkampf will Atalanta Bergamo mit dem Deutschen Robin Gosens ebenso wie Lazio Rom eine gute Rolle spielen, auch wenn beide für eine Chance auf Rang eins noch mehr Konstanz benötigen. Alle drei Verfolger starten wegen der jüngsten Auftritte von Bergamo und Inter im Europapokal erst Ende September in die neue Spielzeit.

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