TURIN - TURIN/DPA/SID - Der Rechtsstreit um die Olympia-Akkreditierung für Ingo Steuer geht in eine neue Runde. Das Nationale Olympische Komitee (NOK) schickte gestern die angekündigte Berufung an das zuständige Berliner Kammergericht, um die Aufnahme ins deutsche Olympia-Aufgebot rückgängig zu machen.
Die Anwälte des NOK rechnen jedoch erst in der kommenden Woche mit einer Verhandlung. Damit dürfte der Stasi-belastete Trainer der Vize-Europameister Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy (Chemnitz) bei den Olympischen Winterspielen in Turin betreuen. Der Paarlauf-Wettbewerb wird am Montagabend entschieden.
Das Paar zog gestern mit Startnummer 20 als letzte Läufer ein „Hammerlos“ für das morgige Kurzprogramm (19 Uhr). „Die Besten kommen zum Schluss. Wir wollen eine Medaille und laufen jetzt erst recht für unseren Trainer“, gab sich die 22-jährige Sawtschenko kämpferisch.
Ganz andere sorgen hat Rodler Georg Hackl. Er monierte, dass lediglich den drei italienischen Rodlern ein großer Umkleideraum zur Verfügung steht und sich der große Rest der Athleten „in einem kleinen Durchgangszimmer drängelt“. Kombinierer Ronny Ackermann hatte in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wegen einer lautstarken Feier in einem nahe gelegenen Haus kaum schlafen können.
Unterdessen werden Doper in Turin gejagt wie nie zuvor bei Winterspielen: Die Rekordzahl an Kontrollen steigt von 830 (2002) auf mindestens 1200. Zudem kündigte Italiens Politik Razzien im Olympischen Dorf und Prozesse gegen alle Dopingsünder an. Bislang hat es 101 Dopingtests gegeben – alle waren negativ.
