Schortens - „Ran an die Geräte und zeigen, was man kann!“, hieß es beim Kreisturnwettkampf, dem größten breitensportlichen Ereignis in Friesland im Gerätturnen. Dass dieser Aufforderung im 30. Jahr seit Bestehen der Wettkämpfe so viele Mädchen wie noch nie zuvor in die Schortenser Sporthalle an der Beethovenstraße gefolgt waren, freute die Verantwortlichen des ausrichtenden Turnkreises Friesland ganz besonders.
„Insgesamt hatten sich neben 31 Jungen diesmal 195 Mädchen aus insgesamt neun friesischen Vereinen für diesen Wettstreit angemeldet – das ist absoluter Teilnehmer-Rekord“, sagte der für das Gerätturnen im TK Friesland verantwortliche Fachwart Reinhard Milter (Schortens) zufrieden. „In den Vereinen wird ganz gezielt auf diesen Wettkampf hingearbeitet, und die große Resonanz bei den Kindern und deren Eltern belohnt die harte Arbeit und auch den Einsatz der Trainerinnen und Trainer in den vergangenen zwölf Monaten.“
Auch die stellvertretende Vorsitzende des Turnkreises Friesland, Dorothee Herzke (Sande), sowie Frieslands Oberturnwartin Helga Ziergiebel (Zetel) zeigten sich angetan von der großen Teilnehmerzahl.
Zum Jubiläum hatte sich das Organisationsteam unter Milters Leitung einiges einfallen lassen. So konnten nicht nur drei Gastvereine der benachbarten Turnkreise Wilhelmshaven (WTB), Ammerland (TuS Ofen) und Aurich (SuS Strackholt) ihre Athleten entsenden, sondern gehörten zum Rahmenprogramm spektakuläre Showeinlagen. Turner des MTV Wittmund präsentierten ihr Können an zwei Parallelbarren und auf dem Airtrack (ein großes Luftkissen), während die Sportakrobatinnen des TSR Olympia aus Wilhelmshaven mit ihrer Showgruppe „Impetus Gymnacro“ und einer spektakulären Choreographie begeisterten. Absoluter Höhepunkt war der Auftritt der Bundesligaturnerin Lina Philipp aus Hannover mit ihrem turnerischen Können am Boden und am Schwebebalken.
Im Mittelpunkt standen in der festlich mit Transparenten und Plakaten rund um das Thema Turnen geschmückten Halle natürlich auch die rund 230 Nachwuchstalente aus Friesland. „Obwohl alle mächtig angespannt und aufgeregt waren, zeigten sie doch beachtliche Leistungen an den Turngeräten“, freute sich Milter. Groß war daher auch der Beifall der zahlreichen Zuschauer auf der voll besetzten Tribüne.
Geturnt wurde in den Standarddisziplinen der Frauen und Männer – am Barren, Boden, Reck, Schwebebalken und Sprung. Aus einem vorgegebenen Elementekatalog konnte sich jeder Starter eine dem eigenen Leistungsniveau entsprechende Übung in Form einer Kür zusammenstellen, die dann je nach Schwierigkeitsgrad mit mehr oder weniger Grundpunkten versehen war. Die 20 Kampfrichter hatten dann die verantwortungsvolle Aufgabe, die technische Ausführung der turnerischen Teile zu begutachten und zu werten. Geturnt und gewertet wurde in zwei verschiedenen Wettkampfklassen, der A-Klasse (Allgemein) und der leistungsmäßig komplexeren S-Klasse (Spezial).
Bei den Jungen starteten drei Vereine (TuS Oestringen, TuS Glarum und der HFC) in der A-Klasse und ein Verein (TuS Oestringen) in der S-Klasse sowie der Gastverein WTB. Die Medaillenplätze in der A-Klasse waren gut gemischt unter den Vereinen. Der Vereinspokal ging zum vierten Mal in Folge an den Heidmühler FC. In der S-Klasse traten die Leistungsturner des TuS Oestringen in den einzelnen Jahrgängen gegeneinander an.
Dabei konnten die Zuschauer teils hochkarätige Leistungen sehen. „Was nicht weiter verwunderlich ist, denn diese jungen Turner sind im Vorjahr Vizelandesmeister in der Mannschaft geworden“, erläuterte Milter. Bester Einzelturner wurde Lennard Jostmeier (Jahrgang 1998) mit 57,55 Punkten. Der Vereinspokal in der S-Klasse ging natürlich an den konkurrenzlosen TuS Oestringen.
Bei den Mädchen wurde zunächst in der S-Klasse geturnt. 67 Turnerinnen aus vier Vereinen (TuS Glarum, HFC, TuS Sillenstede und TuS Oestringen) traten zum Kampf um Plätze, Urkunden und Medaillen gegeneinander an. Am Ende gab es auch hier bei der Siegerehrung ein buntes Bild ob der verschiedenen schmucken Vereinsturnanzüge.
„Für mich als Kreisfachwart ist das eine schöne Situation, alle Wettkampfvereine gleich gut vertreten zu sehen, wenn die Gold-, Silber- und Bronzemedaillen in etwa gleichmäßig unter den Teilnahmevereinen aufgeteilt sind“, betonte Milter. Die höchste Punktzahl aller Turnerinnen (49,10) erreichte Melanie Hölscher vom TuS Sillenstede. In der Vereinswertung behielt der TuS Oestringen die Nase vorn und wurde Pokalsieger.
Zum Abschluss ging die A-Klasse der Mädchen mit 122 Turnerinnen aus 11 Clubs, darunter zwei Gastvereine, an den Start. „Wieder konnten alle Vereine ein gutes Leistungsbild ihrer Mädels feststellen und ein positives Fazit unter ihre Trainingsarbeit ziehen“, erläuterte Milter. Der Vereinspokal ging zum bereits sechsten Mal in Folge an den TuS Glarum. Den Traute-Breckwoldt-Pokal, der nach einem veränderten Vergabemodus ausgeturnt wird, ging wiederholt an den TuS Sande.
