Oldenburg - Nach der ersten viereinhalbwöchigen Vorbereitungsphase haben sich die Oberliga-Handballer vom TvdH Oldenburg am vergangenen Mittwoch in eine zweiwöchige Pause verabschiedet. Pünktlich zur „heißen Phase“ dürften dann auch die letzten beiden Zugänge zum Team dazustoßen: Torhüter Joel Berens vom Wilhelmshavener HV II und Rechtsaußen Jesse Hummel vom Bramstedter TS. Die damit komplettierte Mannschaft erwartet dann unter anderem ein besonderes Programm.
Der Stand
„Die Jungs ziehen gut mit“, lobt Trainer Lukas Brötje, der nach dem in der vergangenen Saison unter Ivo Warnecke lange umkämpften Klassenerhalt jetzt die Verantwortung trägt. „Die Beine sind schwer, die Arme hängen“, umschreibt der bisherige A-Jugend-Coach den körperlichen Zustand seiner Schützlinge, für die der Schwerpunkt der Vorbereitungsinhalte bisher im athletischen Bereich lag. „Deshalb haben sie sich jetzt auch die Pause verdient“, so Brötje.
Die Vorsorge
„Ein Augenmerk“ legt der neue Chefcoach der Haarentorer, für die die Saison mit einem Heimspiel am 1. September gegen den TuS Rotenburg beginnen soll, auf Prävention. Ein Grund für das schwache Abschneiden in der vergangenen Saison (19:33 Punkte/12. Platz) waren die Verletzungsprobleme. „Wir haben uns von vornherein hingesetzt, wie man denen entgegenwirken kann.“ Die Antwort: „Gute Grundlagenausdauer und Grundkräftigung.“ Außerdem gibt es ein „standardisiertes Aufwärmprogramm mit präventiven Übungen und ‚Cooldown’“.
Die Oberliga-Favoriten sind für TvdH-Coach Lukas Brötje der ATSV Habenhausen, der TV Cloppenburg und die HSG Varel (ehemals SG VTB/Altjührden). Platz eins berechtigt zum Aufstieg in die 3. Liga. Die Positionen zwei bis sechs führen sicher in die Regionalliga. Dass es aktuell keine Absteiger aus der 3. Liga, dafür aber drei Aufsteiger (TV Schiffdorf, HSG Heidmark, OHV Aurich II) gab, hat die Liga zumindest auf dem Papier leichter gemacht. „Das ist immer tückisch“, warnt Brötje bereits jetzt, so manchen Gegner zu unterschätzen. Seine Jungs müssen schließlich gegen jeden gut mitziehen.
Die Truppe
Noch nicht mit dabei waren bisher Rückraumspieler Fabian Schwartz und Rechtsaußen Merlin Behrens. Beide kämpfen noch mit Knieproblemen. Behrens plagt dazu eine Schulterblessur. Mitwirken konnten dafür die Zugänge Simon Mayer (Kreisläufer) und Philipp Vallei (Rückraum) sowie anteilig der Däne Theis Søndergård (Rückraum). „Die haben sich menschlich super eingelebt“, freut sich Brötje: „Man konnte den Eindruck bekommen, dass die Truppe gut zusammenpasst.“
Der Nachwuchs
Mit den zuletzt verpflichteten Berens und Hummel sind auch Torhüter- und Rechtsaußenposition komplett. Beide „passen in das Profil, dass wir mit jungen Leuten arbeiten wollen und denen die Chance geben wollen, sich auf hohem Niveau weiterentwickeln zu können“, erklärt Brötje. Zudem wird neben Leif Pingel (Linksaußen) in Jane Henken (Rechtsaußen) ein weiterer A-Jugendspieler des TvdH am Training teilnehmen. Trotz des kurzfristigen Abgangs von Tom Frankenberg gebe es keinen Grund, noch einmal personell nachzulegen, erklärt Sportleiter Ralf Hafemann. Der junge Kreisläufer gehe beruflich nach Südostniedersachsen und werde „auf Vermittlung von uns“, so Hafemann, beim VfB Fallersleben in der Oberliga Niedersachsen spielen.
Die Zielsetzung
Zum jetzigen Zeitpunkt könne er noch nicht richtig einschätzen, welches Niveau sein Team habe, sagt Brötje: „Ich habe keine Kugel, in die ich gucken kann, die mir das verrät.“ Die Zielsetzung sei trotzdem glasklar – was vor allem an der Umstrukturierung im Verband liegt. Zur Saison 2024/25 wird eine Regionalliga als neue vierthöchste Spielklasse zwischen der 3. Liga und den Oberligen eingeführt. Damit die ambitionierten Haarentorer sicher dabei sind, müssen sie unter die Top-Sechs kommen. „Das ist eine ganz klare Vorgabe“, betont Brötje und ergänzt: „Der stellen wir uns.“
