Oldenburg - Nach einer wahren Seuchensaison befinden sich die Oberliga-Handballer vom TvdH Oldenburg mittlerweile in der kurzen Sommerpause. Wenn die Mannschaft schon am 6. Juni die Vorbereitung auf die neue Spielzeit aufnimmt, wird erstmals nach vier Jahren nicht Ivo Warnecke, sondern der neue Trainer Lukas Brötje den Kader begrüßen. Hier blickt der Jetzt-Ex-Coach auf die Zeit bei und mit den Haarentorern zurück und erklärt, wie es für ihn und das Team weitergehen wird.
Die Gefühlswelt
„Einerseits werde ich die Jungs auf jeden Fall vermissen. Andererseits freue ich mich jetzt auch auf die Zeit mit der Familie“, beschreibt Warnecke seine „gemischten Gefühle“, die wohl noch etwas anhalten werden: „Ganz glauben kann man es noch nicht. Der Kopf ist immer noch voll im Handball und findet noch nicht richtig zur Ruhe.“ Auch beim TvdH schaut man mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf den Einschnitt: „Natürlich ist es im ersten Augenblick schade“, erklärt Teammanager Matthias Voß nach „einer total erfolgreichen Zeit“ und ergänzt mit Blick auf den Neuanfang: „Es werden neue Reize gesetzt – und das ist auch immer gut.“
Die Highlights
Der Aufstieg aus der Verbands- in die Oberliga im Jahr 2020 sowie die erste vollständige Oberliga-Saison 2021/22, „wo wir am Ende noch um Platz zwei kämpfen durften – das waren die Highlights“, schwärmt Warnecke und hat auch in der nun abgelaufenen Spielzeit, die „wirklich keine erfolgreiche“ war, noch weitere „Highlights“ parat: „Die entscheidenden Spiele, in denen wir trotz des unglaublichen Drucks und der Verletztenmisere so gut funktioniert haben – und das Spiel in Fredenbeck, wo wir sie am Rande der Niederlage hatten“, seien Ereignisse, an die „wir alle noch lange denken“ werden.
Die Krise
Gerade die letzte „sehr aufregende Saison“, in der Warnecke viele Ausfälle kompensieren musste und „viele auf die Zähne gebissen“ haben, hätten die Mannschaft enorm zusammengeschweißt: „Wir hatten nie die besten Einzelspieler, aber immer ein gutes Team. Das zeigt sich dann, wenn sich der Misserfolg einstellt“, ist Warnecke beeindruckt vom „immer konstruktiven“ Umgang mit der zwischenzeitlichen Krise von sieben Niederlagen in Serie. „Wir hatten da auch sehr entscheidende Leader in der Mannschaft“, lobt der 42-Jährige.
Der Zusammenhalt
Eine wichtige Rolle schreibt Voß dem scheidenden Trainer zu: „Er hat immer totale Euphorie an den Tag gelegt und es immer wieder geschafft, die Truppe zu motivieren.“ Mit diesem Zusammenhalt, so glaubt Warnecke, könne sich die Mannschaft in der Oberliga „weiter festigen“ und „eine ähnlich gute Rolle“ wie in der Saison 2021/22 spielen. Das und „die Entwicklung“ des wieder genesenen Joost Sanders werde er in passiver Rolle aktiv verfolgen: „Ich habe auf jeden Fall eine Dauerkarte für die nächste Saison“, kündigt Warnecke schon ein baldiges Wiedersehen an.
Blick ins Gesicht: Mit viel Herz trieb Ivo Warnecke das TvdH-Team auch in Krisenzeiten an. Bild: Piet Meyer
Die Zukunft
Aktuell freut er sich darauf, „nicht mehr so viel Handball zu denken“ und seinen Sport „mit Abstand“ zu verfolgen. „Ich merke, dass meine Familie aufblüht, dass meine Frau mehr Freiräume hat und ich meinen Kindern mehr bei Hausaufgaben helfen oder sie zu ihren Aktivitäten fahren kann“, beschreibt der Physiotherapeut die neue Freizeit: „Da freue ich mich riesig drauf.“ Nichtsdestotrotz bleibt abzuwarten, ob und wann der ehemalige Zweitliga-Profi nochmal an die Seitenlinie zurückkehrt, denn: „Ich bleibe im Herzen immer Handballer.“
