Hude - Im Vorfeld hatte vieles auf eine klare Niederlage hingedeutet – zu klar schienen die Kräfteverhältnisse verteilt. Doch es kam völlig anders: Die Oberliga-Tischtennisspieler des TV Hude lieferten dem MTV Wolfenbüttel ein packendes Duell auf Augenhöhe. Belohnt wurden sie für den unbändigen Einsatz nicht – beim 7:9 gingen die Gastgeber leer aus. Neuzugang Daniel Kleinert sorgte bei seinem Einstand für Begeisterung.

Es wäre auch eigenartig gewesen, wenn das erste Heimspiel der Saison – wie schon so oft im Klosterort – nicht über die volle Distanz gegangen wäre. Gute vier Stunden fieberten die Besucher in der Huder Jahnhalle mit, um dann doch in die enttäuschten Gesichter der TVH-Spieler zu blicken. Hudes Kapitän Felix Lingenau brachte es für sein Team auf den Punkt: „Es war mehr drin, aber auf diese Leistung können wir stolz sein. Das war viel mehr, als wir erwarten konnten.“

Ohne Immanuel Mieschendahl und mit einem angeschlagenen Simon Pohl, der sich zwei Tage zuvor im Training einen Wirbel ausgerenkt hatte, waren die Voraussetzungen seitens der Huder alles andere als rosig. Der TVH trat zu siebt an, im Doppel wirkte Alex Dimitriou mit und im Einzel Christopher Imig. Zu Beginn waren die Hausherren nicht auf der Höhe und gaben die ersten beiden Doppel jeweils glatt in drei Sätzen ab. Danach kam der TVH-Express ins Rollen: Alex Hilfer und Alex Dimitriou holten mit einem 3:0 gegen Holland/Specht den ersten Zähler.

Im oberen Paarkreuz brillierte Daniel Kleinert gegen Nick Holland. Der Jugend-Landesranglistensieger holte einen 0:2-Satzrückstand auf und gewann die Partie in fünf Sätzen. Dieser Triumph beflügelte den 17-Jährigen so sehr, dass er später auch sein zweites Match in spektakulärer Manier für sich entschied. Seinem Gegenüber Sven Arnhardt ließ Kleinert im Vergleich zweier Abwehrspieler nicht den Hauch einer Chance und fertigte einen der besten Oberligaspieler im Schnelldurchgang ab. Nach dem Weggang von Topspieler Martin Gluza hat Hude in Kleinert einen Rohdiamanten gewonnen, der in seinem ersten Oberligajahr zu einer echten Stütze werden könnte.

Der TV Hude hatte Pech, dass Lingenau gegen Arnhardt sowie Pohl gegen Thilo Marschke – nach 2:0-Sätzen mit 5:1-Vorsprung im dritten Durchgang – jeweils knapp das Nachsehen hatten. Damit hieß es statt 4:2 nur 2:4. Dennoch kämpfte sich der TVH heran und ging mit 7:5 in Führung. Tobias Steinbrenner, Hilfer gegen den 14-jährigen Schüler-Nationalspieler Nils Schulze und Imig zogen in der Folge jedoch den Kürzeren. Das Schlussdoppel Kleinert/Lingenau legte sich im Showdown gegen Haus/Marschke ins Zeug, rettete sich nach einem 0:2-Rückstand in den fünften Abschnitt und kassierte dort ein 6:11. Die 7:9-Pleite war besiegelt.

„Es hat viel Spaß gemacht zuzuschauen. Schade, dass es am Ende nicht ganz gelangt hat“, sagte Hudes Betreuer Tom Stakemeier.