Neerstedt/Sandkrug - Nachbarn auf der Landkarte und in der Tabelle: In der Handball-Oberliga empfängt der TV Neerstedt an diesem Samstag (19.30 Uhr) die TSG Hatten-Sandkrug zum Derby.
„Ein Derby sorgt natürlich immer für zusätzliche Motivation“, weiß Neerstedts Trainer Jörg Rademacher. Allerdings sei es dabei auch wichtig, „nicht übernervös zu sein, kühlen Kopf zu bewahren und nicht zu viel zu wollen“, betont der TVN-Coach. Schließlich stehen die beiden Landkreisrivalen, zwischen deren Sporthallen geografisch gesehen nur 16 Kilometer liegen, in der Tabelle nach sechs Partien unten drin: Neerstedt als Zehnter (4:8 Punkte) weist nur einen Zähler mehr auf als die Hatter auf Rang zwölf (3:9).
„Ich denke, dass wir mit dem Derbycharakter ganz gut umgehen können, auch wenn es sicherlich heiß her gehen wird, wenn das Spiel läuft“, sagt TSG-Trainer Frank Huchzermeier. Für den 40-Jährigen, der erst seit etwas mehr als sieben Monaten bei den Hattern auf der Bank sitzt, ist es das erste Duell gegen Neerstedt überhaupt. Er hat den Nachbarn im Vorfeld schon unter die Lupe genommen. „Neerstedt spielt einen schnellen Angriff und eine starke Deckung“, beobachtete Huchzermeier. Er versucht, seine Mannschaft „so gut es geht darauf einzustellen“, erklärte der TSG-Coach. Denn unterhalb der Woche hatte er wieder mit einigen Einschränkungen zu kämpfen, da sich ein Virusinfekt bei 70 Prozent der Mannschaft ausgebreitet hat. „Wir haben gerade einmal trainieren können, und das am Donnerstag auch nur eingeschränkt“, sagte Huchzermeier über die alles andere als optimale Vorbereitung auf das Derby. Deswegen sieht er im TV Neerstedt auch den Favoriten in diesem Spiel. „Wir werden aber alles geben“, verspricht Huchzermeier, der im Hinblick auf die Erkrankten am meisten um die Einsätze von Kreisläufer Till Schinnerer und Rückraumspieler Fabian Knieling bangt.
Bei den Gastgebern hat sich die Personallage derweil wieder etwas entspannt. Kapitän Björn Wolken wird im Heimspiel gegen seinen Ex-Verein ebenso wieder zur Verfügung stehen wie Kreisläufer Jan Busse. Da auch der A-Jugendliche Mirko Reuter erneut in den Kader rückt, hat Rademacher wieder einige Alternativen mehr. Dennoch sieht er keinen eindeutigen Favoriten. „Keine Mannschaft ist in diesem Spiel groß im Vorteil“, sagt der TVN-Coach. In einzelnen Mannschaftsteilen wie zum Beispiel auf der Torhüterposition sieht Rademacher seine Neerstedter zwar im Vorteil. „Letztendlich müssen aber alle ihre Leistung auf den Punkt bringen, wenn es drauf ankommt“, betont der Ex-Profi. Er hat den Gegner um Rückraumshooter Robert Langner in den beiden Partien gegen Bremen/Hastedt und Achim/Baden studiert. Gegen Achim sah er vor einer Woche eine eher schwächere TSG-Leistung, die es aber nicht einfacher mache, den Gegner einzuschätzen. „Es wird sicherlich kein schönes, sondern ein umkämpftes Spiel.“
