Oldenburg - Spannender hätte seine Heimpremiere als Teammanager nicht verlaufen können. „Sonst habe ich immer dahinten auf der Tribüne gesessen, jetzt habe ich auf der Bank gehörig mitgezittert“, erzählt Torsten Huntemann nach nervenaufreibenden 60 Minuten gegen Meister Thüringer HC.

„Heute war mehr drin“, kommentiert der 53-Jährige den 31:31-Ausgleich in den Schlusssekunden. Seit Saisonbeginn ist Huntemann Teammanager der Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg und damit Nachfolger von Henning Balthazar. Der langjährige Mannschaftsbetreuer starb Ende Juni im Alter von 67 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes. Vor dem Spiel am Sonnabend gab es eine Gedenkminute zu Ehren Balthazars.

„Ich kannte Henning sehr gut und sehr lange und will nicht in seine Fußstapfen treten“ sagt Huntemann mit Blick auf die großen Verdienste seines Vorgängers. Wie Balthazar ist auch er ein Urgestein des Vereins, stammt allerdings aus der Fußball-Abteilung des VfL. Als Fünfjähriger trat er ein, spielte als Erwachsener 13 Jahre lang für den Verein in der Landesliga, später für Atlas Delmenhorst sogar in der Fußball-Regionalliga.

Doch bei drei Handballerinnen in der Familie wechselte der gelernte Einzelhandelskaufmann danach die Sportart. Seine Ehefrau Astrid (51) ist Betreuerin der A-Juniorinnen, die älteste Tochter Sina (24) spielt für den TV Neerstedt, ihre Schwester Laura (18) in der zweiten A-Jugend des VfL. Huntemann arbeitete zunächst drei Jahre als Spielwart, ehe die Anfrage kam.

Denn nach dem Tod Balthazars fiel die Wahl auf ihn als Nachfolger. „Trainer Leszek Krowicki ist auf mich zugekommen und hat gefragt, ob ich den Job machen will“, berichtet Huntemann, der nach kurzer Bedenkzeit zusagte: „Anfangs hatte ich sehr viele Fragen, aber mittlerweile habe ich mich eingelebt, zumal mich die Mannschaft gut aufgenommen hat.“

Als Teammanager kommen ihm seine beruflichen Erfahrungen im Logistikbereich zugute. „Rund um die Mannschaft muss ich viel organisieren“, erzählt Huntemann. Bei Auswärtsfahrten kümmert er sich zum Beispiel um die Anreise und die Hotelbuchung.

Wie eine Mannschaft funktioniert, weiß er noch bestens aus seiner Zeit als Fußballer: „Das ist beim Handball nicht anders. Ein fairer Umgang miteinander ist enorm wichtig.“ Das Mitzittern auf der Bank gehört für Huntemann ab jetzt ebenfalls dazu.