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NWZonline.de Sport

„Unter Fahrern gibt es keine Freundschaft“

26.03.2013
Frage: Herr Ludwig, Sebastian Vettel wird für das Überholen seines Teamkollegen Mark Webber scharf kritisiert. Warum darf er eigentlich nicht so fahren, wie er will – schließlich war er schneller und ist zudem der Weltmeister?
Klaus Ludwig BILD: dpa

Fast 40 Jahre im Rennsport aktiv

Klaus Ludwig wurde am 5. Oktober 1949 in Bonn geboren und gilt als Deutschlands erfolgreichster Tourenwagenfahrer (217 Rennen/36 Siege). Er war von 1973 bis 2012 im Renngeschehen aktiv sowie Testfahrer in der Formel 1.

Klaus Ludwig: Sebastian Vettel genießt bei Red Bull schon den Nummer-1-Status. Bis zum Sonntag hat das Team ihn auch immer unterstützt. In Malaysia kam aber zum ersten Mal die Bitte: Schone die Reifen, spare Sprit und attackiere Webber nicht. Wir sind mit dem sich abzeichnenden Ergebnis zufrieden.
Frage: Will Red Bull etwa nicht, dass Vettel Weltmeister bleibt?
Ludwig: Dem Rennstall geht es in erster Linie um die Konstrukteurs-WM, denn diese bringt das meiste Geld.
Frage: Vettel ist also gegen sein eigenes Team gefahren?
Ludwig: Genau. Es gilt der Grundsatz: Das Team ist immer das Wichtigste. Auch Vettel ist vom seinem Team und dem Material, das er zur Verfügung gestellt bekommt, maximal abhängig.
Frage: Aber Vettel hat sich anders entschieden . . .
Ludwig: Ja, das hat schon der erste Funkspruch gezeigt in dem Vettel forderte: „Schafft ihn mir aus dem Weg.“ Das zeigt die andere Seite des Herrn Vettel. Der liebe, nette, eloquente junge Mann kann auch ein kämpferischer, egoistischer Fahrer sein. Aber das ist ja auch nicht verkehrt.
Frage: Trifft Webber aber nicht auch eine Mitschuld?
Ludwig: Er hätte das Loch nicht zumachen dürfen. Ebenso hätte auch Vettel vom Gas gehen können. Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn die beiden mit den Rädern aneinandergekommen wäre. Es hätte fürchterlich enden können.
Frage: Vettel hat sich immerhin für sein Fehlverhalten prompt entschuldigt . . .
Ludwig: Seine Entschuldigung war mir persönlich schon fast zu viel. Er hat ja gleich mehrmals betont, dass es ihm leid tut. Das zeigt aber, wie innerlich aufgewühlt er war. Sich unterzuordnen, das war bislang nicht Vettels Stärke. Aus dieser Szene hat er mehr gelernt, als in den gesamten Jahren zuvor.
Frage: Ist das angeschlagene Verhältnis zwischen Vettel und Webber noch zu reparieren?
Ludwig: Es gibt kein Verhältnis zwischen Teamkollegen, das hat es noch nie gegeben. Unter Fahrern gibt es keine Freundschaft, das ist bei allen Formel-1-Teams so.
Frage: Muss Vettel interne Konsequenzen fürchten?
Ludwig: Nein, weil sein Team weiß: Im Rennen ist Vettel der schnellere Mann.
Frage: Dann sollte Red Bull doch nicht so kleinlich sein. Schließlich könnten die am Sonntag gewonnenen Punkte Vettel am Ende die Fahrer-WM sichern . . .
Ludwig: Das stimmt. Am Ende wird zusammengerechnet. Deshalb sollte die Sache auch so schnell wie möglich vergessen werden.
Frage: Ärger um die Stallorder gab es auch bei Mercedes. Nico Rosberg hat sich aber zähneknirschend daran gehalten und Lewis Hamilton nicht überholt . . .
Ludwig: Ich habe mich gefragt: Wie kann man nur den schnelleren Mann blockieren? Rosberg ist länger im Team und hat alle Tiefen mitgemacht. Deshalb sollte er bei den Höhen bevorzugt werden.
Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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