Friesoythe - Viel mehr Sport, viel weniger ungesundes zu Essen und schon gar keine Zigaretten: Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr war auch 2012 wieder für viele geradezu prädestiniert, sich gute Vorsätze für die kommenden zwölf Monate vorzunehmen. Erfahrungsgemäß werden die meisten davon bereits am Neujahrsmorgen wieder über Bord geworfen, weil es an Zeit, Geld oder Motivation fehlt. Da 2013 knapp eine Woche alt ist, fragte die NWZ , wie es die Friesoyther mit ihren Planungen halten.
Winterspeck soll weg
„Mehr Sport machen“ ist so ein beliebter Vorsatz. Ergo müssten sich die Fitnessstudios am Ort kaum retten können vor Menschen, die den über die Feiertage angefutterten Winterspeck ab- und auf die Bikinifigur hintrainieren. Doch im Bali-Fitness bleibt es in der ersten Woche zunächst ruhig. „Erfahrungsgemäß melden sich viele neue Mitglieder ab Mitte Januar bei uns an“, berichtet Miteigentümer Michael Schütte: „Zunächst einmal versuchen sie, im Bekanntenkreis Leute zu finden, die mitmachen, damit sie nicht allein zum Sport müssen.“ Sobald sie aber einmal den Weg ins Fitnessstudio gefunden haben, blieben viele aber auch dabei. Wenn dann die ersten Erfolge sichtbar sind, steige auch die Motivation, weiter freiwillig ins Schwitzen zu geraten, so Schütte. Auch als Weihnachtsgeschenk seien Mitgliedschaften beliebt gewesen, eingelöst werden sie zumeist aber nur, wenn sie auch explizit gewünscht wurden: „Unter Zwang funktioniert nichts“, weiß Schütte.
Auch bei „fit and smile“ in Friesoythe gibt es in den ersten Monate des Jahres erfahrungsgemäß viel zu tun: „Wir bekommen viele neue Mitglieder in dieser Zeit. Unsere Aufgabe ist es dann, das Sportprogramm individuell auf denn Beruf, Ernährung und das Zeitpensum abzustimmen“, erklärt Gesellschafter und Trainer Waldemar Rode. Er beobachtet besonders den Trend hin zum Gesundheitssport. „Erst einmal dabei, trainieren die Friesoyther sehr gewissenhaft und fleißig“, so der 37-Jährige.
Kaum weniger Raucher
Etwas neu anzufangen fällt vielen anscheinend sehr viel leichter, als mit über Jahre liebgewonnenen Gewohnheiten zu brechen. Bei Claus Kramer jedenfalls bleiben die Kundenzahlen stabil. Kramer betreibt im Einkaufszentrum an der Europastraße ein Geschäft für Tabakwaren. „Wir bemerken keinen nennenswerten Rückgang. „Es wird zwar generell weniger geraucht, aber das hat andere Ursachen als die guten Vorsätze“, weiß er zu berichten. Einige hörten zwar auf, fingen aber schon bald darauf wieder an.
Ausdauernder sind da die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sportkurse von Carola Reiners, Übungsleiterin beim SV Hansa Friesoythe: „Zum Anfang des Jahres sind unsere Gesundheits- und Fitnesskurse immer überdurchschnittlich gut besucht und die allermeisten bleiben auch über die gesamte Dauer dabei.“ Hier soll zunächst einmal der Spaß an der Bewegung geweckt werden, wer später regelmäßig weiter Sport treibe, könne dann die Erfolge nicht nur spüren, sondern auch sehen – Stichwort Bikinifigur.
Motivationsproblem
Die Langzeitmotivation ist häufig ein Problem, weshalb Torsten Dickel von „Dat Sporthuus“ auch davon abrät, nur auf Einzeltraining zu setzen: „Wir alle haben ja unseren inneren Schweinehund. Dem gibt man weniger schnell nach, wenn man feste Zeiten, etwa für Kurse hat. Wenn man nur allein an den Geräten trainieren möchte, verlangt das schon eine Menge Selbstdisziplin.“
Dabei wäre es gar nicht notwendig, jetzt zu schwitzen, wenn einen Selbstdisziplin auch die Feiertage vom reich gedeckten Gabentisch ferngehalten hätte.
