VAREL - Nach einer direkt verwandelten Ecke des schlitzohrigen Cihat Undav in der 90. Minute zum 4:2-Endstand gab es bei den bis dahin noch sieglosen Bezirksliga-Fußballern des TuS Varel am Sonntag kein Halten mehr: Nach nur einem Tor und einem mageren Punkt aus neun Spielen scheint bei der Elf von TuS-Trainer Stephan Borchardt der Knoten im Heimspiel gegen Eintracht Wiefelstede endgültig geplatzt zu sein.

„Endlich haben sich die Jungs für ihren Trainingsfleiß und Einsatz mal belohnt. Ich hoffe, dass es noch nicht zu spät ist“, sagte Borchardt nach dem Schlusspfiff erleichtert und fügte hinzu: „Ich bin richtig stolz auf die Truppe, dass sie so zurückgekommen ist.“

In der ersten Hälfte hatte es nämlich absolut noch nicht nach diesem Befreiungsschlag ausgesehen. Zu überlegen waren die Gäste, die immer wieder vor allem über die rechte Angriffsseite gefällig konterten und bereits in der 9. Minute durch Dennis Spiekermann auf Zuspiel des agilen Henning Röbke das 1:0 für Wiefelstede erzielten.

Danach bewahrte TuS-Torwart Immo Lammers die Platzherren mit einer Fußabwehr vor dem 0:2 (28.). Nach einem Missverständnis zwischen ihm und Michael Grond war es dann aber soweit: Weil Spiekermann nach einem hohen Ball in den Strafraum energisch nachgesetzt hatte, kullerte der Ball über die Torlinie – 0:2 (35.).

Nach einer Kabinenansprache im höheren Dezibel-Bereich von Borchardt („Das war in der ersten Hälfte leblos, das habe ich den Jungs auch klar gesagt“) kamen die Vareler allerdings wie verwandelt aus der Kabine. Nachdem Lammers gegen Andre Sander erneut klasse pariert hatte (52.), gab der stark aufspielende Mohamed Ali Ben-Hamda das Signal zur Aufholjagd, indem er den Torwart umspielte und zum 1:2 einschob (53.).

Der TuS wurde mutiger und wurde belohnt: Zwar verschoss Sven de Groot einen an Nicolai Kück verursachten Foulelfmeter, doch setzte er den Nachschuss abgebrüht zum 2:2 in die Maschen (66.). Wiefelstede verlor völlig die Ordnung, so dass der flinke Kück einen Konter per feinem Lupfer zur 3:2-Führung vollenden konnte und danach unter einem jubelnden TuS-Spielerknäuel begraben wurde. Am Schluss setzte Undav mit seinem trickreichen Eckstoß auf den kurzen Pfosten sogar noch einen drauf.

Henning Busch
Henning Busch Redaktion Friesland (Lokalsport)