VAREL - Dass Boßler nicht nur mit der Kugel umgehen können, sondern auch als Pedalritter eine gute Figur machen, dass wollten Hans Lüers, Anke und Jürgen Bödecker sowie Kerstin Hinrichs vom KBV „Lat‘n rull‘n“ Schweinebrück am Sonntag beim „Giro“ in Zetel unter Beweis stellen. „Boßler sind immer im Training und gute Ausdauersportler“, meint Jürgen Bödecker. Und deshalb tritt das Quartett in den blauen T-Shirts beim Jedermann-Rennen an. Die zweite Disziplin des Biathlon muss zwischen den beiden Runden auf der 1,55 Kilometer langen Strecke am Markthamm absolviert werden. Dosenwerfen. „Der Spaß steht im Vordergrund“ lacht Anke Bödecker.
Zuschauer zählen an
Das sieht das Publikum auch so. Motiviert von Moderator Peter Rohde, zählen die Zuschauer den Start ab zehn rückwärts an. Mit dem Applaus in den Ohren treten die Radler auf der Neuenburger Straße Richtung Ohrbült in die Pedalen.
Ernster geht es bei den Amateuren zur Sache. Das Publikum verfolgt zahlreiche Rennen von der Schüler- bis zur Eliteklasse – inklusive Siegerehrungen. Dabei kommen auch Mareike Rheia (16), Sina Janke (18) und Janina Behlen (18) aus Zetel zum Einsatz. Mit einer roten Schärpe des sportlichen Veranstalters RSC Oldenburg um die Schulter, überreichen die Blumenmädchen den Siegern wie bei der Tour de France bunte Sträuße, nachdem sie zuvor ihre Pokale erhalten haben.
Die Werbegemeinschaft „WIR – Wirtschaft in Zetel“ als zweiter Giro-Veranstalter hat im Start-Ziel-Bereich einiges auf die Beine gestellt. Gastronomisch gibt es für das Publikum und die Radfahrer viele Möglichkeiten, Kinder können sich beim Kartfahren, an einem Rennsimulator und auf einer Hüpfburg amüsieren. Bei TuS Zetel können Zuschauer im Stand auf einem Rennrad ausprobieren, was sie in den Beinen haben. Watt und Tempo werden gemessen. Die Rennradabteilung nutzt den Giro auch zur Eigenwerbung. Interessenten können sich bei Gustav Fuths (Telefon 04453/1676) melden. Dreimal die Woche gibt es Trainingsmöglichkeiten.
Wie immer im Leben: Wer‘s übertreibt, spürt es am nächsten Tag. „Das war anstrengend. Montag habe ich bestimmt Muskelkater“, glaubt Tim Kammer, der sich im Biathlonrennen fürs „Team Deutschland“ ins Zeug gelegt hat und nach dem Rennen mit den Kameraden an der Theke ein kühles Getränk genießt. Der älteste Fahrer in dem Team ist 70 Jahre alt: Wolfgang Fleischhauer.
Tempo auf Anzeigetafel
Wie schnell die echten Radrennfahrer auf der Ziellinie sind, können die Zuschauer auf einer Anzeigetafel verfolgen. Autofahrer kennen das, wenn in Baustellen und auf anderen Straßen angezeigt wird, welches Tempo gerade gefahren wird. Das wissen Rennradfahrer immer, denn ohne Tacho bringt Radfahren nur den halben Spaß. So geht es auch dem Quartett aus Hage bei Norden, das gerade im Zielbereich mit alkoholfreiem Weizen anstößt. 82,5 Kilometer haben sie in den Beinen. Mit einem Durchschnittstempo von 30,3 km/h sind sie nach Zetel gerollt, um sich den Giro anzuschauen. Zurück fahren sie selbstverständlich auch noch.
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