Varel/Rastede - Die Handballer der SG VTB/Altjührden sind ihrer Favoritenrolle beim Erstrunden-Turnier des HVN-Pokals in Rastede gerecht geworden. Mit drei Siegen in drei Spielen sicherte sich die Mannschaft um Spielertrainer Ivo Warnecke als klassenhöchstes Team gegen drei Landesklassisten als Turniersieger das Weiterkommen in die zweite Runde. Allerdings hatte die zweite Partie des Tages – gespielt wurde jeweils 2x15 Minuten – gegen den MTV Aurich lange auf des Messers Schneide gestanden, ehe die Altjührdener in der Schlussphase einen 11:15-Rückstand (26. Minute) noch in einen hauchdünnen 16:15-Sieg ummünzen konnten.

Doch der Reihe nach: Im Auftaktspiel gegen die ebenfalls zwei Spielklassen tiefer angesiedelte HSG Emden hatten die SG-Spieler schon nach sechs Minuten mit einer 7:1-Führung für klare Verhältnisse gesorgt. Über 12:3 (15.) und 16:4 (23.) ließen sie danach nichts mehr anbrennen. Erfolgreichste Werfer waren Kevin Langer, Justin Hermann und Oliver Staszewski (alle 4).

„Das hat mir sehr gut gefallen“, lobte Warnecke: „Die Jungs sind souverän aufgetreten, haben aus einer sicheren Abwehr heraus einfache Tore erzielt und den Ball im Angriff gut laufen lassen.“

Das sollte sich im Duell gegen die Auricher allerdings ändern. „Das war eine Katastrophe“, brachte es Warnecke auf den Punkt und haderte mit der mangelnden Einstellung seines Teams. So gerieten die Vareler gegen die jungen und frech aufspielenden Ostfriesen nach einer 6:4-Führung (9.) plötzlich mit 6:8 (13.) und 8:11 (19.) in Rückstand.

Beim Stand von 11:12 (22.) drohte dem klaren Favoriten, bei dem Oliver Staszewski (9/3) letztlich mit Abstand am häufigsten traf, die Partie gänzlich zu entgleiten – denn die Auricher setzten sich auf vier Tore ab. Dann bliesen die Altjührdener allerdings zur Aufholjagd, stellten auf eine 4+2-Abwehr um und drehten die Partie vor allem über Tempogegenstöße in den letzten viereinhalb Minuten mit einem 5:0-Lauf noch auf Sieg. „Das war ein glücklicher Erfolg gegen das MTV-Team, das uns das Leben sehr schwer gemacht hat“, erklärte Co-Trainer Ralf Koring.

Im letzten Spiel des Tages lief es gegen den gastgebenden VfL Rastede dann schon wieder besser. Hier setzte sich die Warnecke-Sieben über Zwischenstände von 4:2 (8.), 4:4 (10.), 8:5 (19.), 8:7 (20.) und 10:7 ab. Spätestens nach dem 11:8 durch den polnischen Zugang Patryk Abram (23.) war der Widerstand der Hausherren gebrochen. Danach trafen nur noch die Gäste – angeführt von Warnecke und Hermann (beide 4) – zum 17:8-Endstand.

„Unterm Strich war es aber noch nicht das, was wir uns für die Saison vorstellen“, analysierte Koring nicht nur mit Blick auf die hohe Quote an Fehlwürfen: „Bevor es am Wochenende gegen Rotenburg in der Liga ernst wird, müssen wir unter der Woche noch an einigen Schrauben drehen – hinten und vorn.“

Mit von der Partie könnte dann auch Patryk Plaszczak sein. Der 23-jährige Torwart vom polnischen Zweitligisten GKS ŻZukowo trainiert bereits seit einiger Zeit mit den Varelern. Zwar warten die SG-Verantwortlichen noch auf die entsprechende Spielberechtigung, doch gaben sie am Sonntag den Zugang des reaktionsschnellen Polen bekannt. Bis dahin hatte die SG in Levin Stasch, der sich in Rastede in sehr guter Verfassung präsentierte, nur über einen Schlussmann verfügt.