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Rugby-Regionalliga Northern Lions bedauern Saisonabbruch

Varel/Rastede - Jetzt ist es amtlich: Die wegen der Corona-Krise im März zunächst „nur“ unterbrochene Saison in der Rugby-Regionalliga Nord ist endgültig abgebrochen worden. Damit beenden die Northern Lions nach dem Meistertitel in 2018 sowie der Vizemeisterschaft in 2019 eine aus vielerlei Gründen äußerst holprig verlaufene Saison 2019/2020 nur auf dem vorletzten Tabellenplatz.

In vier Partien hatte die Spielgemeinschaft des SC Varel SC und FC Rastede bei drei Niederlagen (darunter eine 0:50-Wertung wegen Nichtantritts) lediglich vier Punkte sammeln können. Hauptgrund für die magere Ausbeute: Aufgrund von langwierigen Verletzungen sowie beruflichen und familiären Erfordernissen konnten die Northern Lions diesmal nie in Bestformation auflaufen.

Und nun macht der Covid-19-Virus alle Hoffnungen der Löwen zunichte, sich in der Tabelle noch etwas nach oben zu arbeiten. „Es ist derzeit nicht abschätzbar, wann so etwas wie geordnetes Training oder Spielbetrieb möglich sind“, erläutert Teammanager Hans-Hermann Ammermann: „Schließlich stehen unsere Spieler wegen der bei dieser Sportart notwendigen Kontaktsituationen und Gruppenkämpfe bezüglich der möglichen Virusübertragung besonders im Fokus.“

Auf Spielersuche

Wer Interesse an der britischen Sportart hat und sich selbst einmal im Rugby ausprobieren möchte, bekommt nähere Informationen über die E-Mail-Adresse northernlions@gmx.de. Das Angebot richtet sich sowohl an Erwachsene (Männer und Frauen) als auch an Jugendliche jeglichen Alters.

Auch Schulen oder Hochschulen sind aufgefordert, via E-Mail Kontakt aufzunehmen. Bei Interesse und Bedarf können auch „Get into Rugby“-Kurse vermittelt werden, die einen leichten Einstieg in diese Sportart ermöglichen.

Noch nicht gefallen ist derweil die Entscheidung über den Saisonabbruch in der Rugby-Bundesliga. Deren Vertreter haben in dieser Woche noch eine Entscheidung für das weitere Vorgehen zu treffen. Für das Nationalteam war indes schon vor dem geplanten Heimspiel gegen Litauen im März die Rugby-Europameisterschaft beendet. Alle noch auszutragenden Länderspiele sind derzeit ausgesetzt.

Daher hatten auch die Northern Lions bereits kurz nach Bekanntwerden der möglichen Auswirkungen der Pandemie ihren Trainingsbetrieb eingestellt, bis zuletzt aber noch mit der Fortsetzung der Saison geliebäugelt. Nach Abschätzung der weiteren Entwicklungen in diesen Krisenzeiten ist die Spielzeit aber nun vom Bundesverband, den Landesverbänden sowie von Rugby Europe für beendet erklärt worden.

Keine Auf- und Absteiger

Dabei gilt die Saison für den gesamten Jugendspielbetrieb einschließlich aller deutschen Meisterschaften als nicht gewertet. Somit gibt es auch keine Auf- und Absteiger. Dasselbe gilt für den regionalen Spielbetrieb, sprich die Siebener-Liga sowie die Verbands- und Regionalliga im 15er-Rugby. Auch in den Frauenligen endet die Spielzeit ohne Entscheidungen und ohne Auswirkungen auf Meistertitel oder Pokalsieg.

„Für die Northern Lions und den FC Rastede kam der Stopp aller sportlichen Aktivitäten zu einem sehr unglücklichen Zeitpunkt“, betont Ammermann. Die Männermannschaft verfügt zurzeit nur über einen kleinen Kader, den es aufzufüllen gelte. „Dieses sollte durch verschiedene Aktionen geschehen, um junge Spieler, aber auch Quereinsteiger zu gewinnen und sie ins Team einzubauen“, erläutert der Teammanager.

Weil die rumänischen und georgischen Spieler in Reihen der Lions aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stehen, wollten die Verantwortlichen verstärkt auf Akteure aus dem Umfeld bauen. „Alle geplanten Aktionen, etwa die Werbung zu großen sportlichen Events, müssen nun leider verschoben werden oder ausfallen“, bedauert Ammermann.

Erschwerend kommt für das Regionalliga-Team hinzu, dass Claas Ammermann als Rasteder Urgestein zukünftig den Bundesligisten SC Germania List Hannover verstärken wird und damit den Lions als Spieler und Leader nicht mehr zur Verfügung steht.

Auch die Aktivitäten in der Nachwuchsförderung sind durch die Corona-Krise erheblich ausgebremst worden. So sollte die Jugendgruppe des FC Rastede, immerhin seit September 2019 auf insgesamt 25 Spieler angewachsen, in diesem Frühjahr mit der Präsentation von Rugby in Schulen möglichst weitere Verstärkung erhalten, um die U 8 und die U 10 um eine U-12-Mannschaft erweitern zu können. „Diese Präsentationen müssen zunächst entfallen, da Schulsport bisher nicht vorgesehen ist“, erklärt Hans-Hermann Ammermann.

Kooperation mit Schulen

Auch der SC Varel engagiert sich seit geraumer Zeit in der Jugendarbeit. So gibt es unter der Regie von Uwe Stein eine Kooperation mit der Grundschule Hafenstraße sowie Rugby-Workshops an verschiedenen Schulen. „Integration ist dabei eine unserer Leitideen, die wir konsequent einhalten“, erläutert Stein.

Doch sind auch die Trainingsmöglichkeiten für Jugendliche zurzeit sehr eingeschränkt. So will das Trainerteam des FC Rastede, in dem sich auch ein Arzt befindet, zunächst die Entwicklung im Mai abwarten und dann weitere Schritte festlegen.

„Wir wollten mit dem Nachwuchs zudem noch Freundschaftsspiele gegen den SC Varel und BSC Grünhöfe Bremerhaven absolvieren, um dann an einem offenen Spieltag in Hannover teilzunehmen“, so Ammermann weiter. Das müsse nun zurückgestellt werden: „Denn wir stellen die Gesundheit der Jugendlichen klar an Position eins, und danach richten wir unsere weiteren Entscheidungen aus.“

Er hoffe, dass die Eltern der Spieler diese Entscheidung mittragen: „Zumal diese bisher sehr rege Anteilnahme am Spielbetrieb genommen haben und nun als Zuschauer ausgeschlossen wären. Fakt ist: Kontakt-Beschränkungen und Kontakt-Sportarten passen nicht zusammen.“

Henning Busch
Henning Busch Redaktion Friesland (Lokalsport)
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