Varel - Damit es ihm auch abseits des Sports möglichst gut geht, hat Heiko Ulrich Strategien entwickelt, die ihm helfen. Denn es gibt, so der Vareler, nicht die eine Epilepsie, sondern viele verschiedene Arten dieser Erkrankung wie die Reaktion auf Stress. Und damit auch individuell taugliche Möglichkeiten, darauf zu reagieren, wenn der Krankheit – wie bei Ulrich – nicht mit einer Operation begegnet werden kann.
Neben dem für Ulrich positiv besetzten Sport ist das für den Friesländer vor allem eine Atem-Entspannung, wie sie zum Beispiel eine Fantasie-Reise bietet. „Bis zu einer dreiviertel Stunde am Tag – akustisch begleitet – versuche ich so, zur Ruhe zu kommen.“ Ganz verhindern lässt sich damit aber nicht, dass es immer wieder zu Anfällen kommt. Ulrich: „Zu 90 Prozent kündigt sich das durch sogenannte Auren an. Deswegen setzt man sich dann lieber hin. Ganz verhindern lässt sich aber nicht, dass man deshalb auch mal einen Kampf mit der Badewanne verliert und sich ein paar Rippen bricht.“
Oder die Anfälle kommen dann, wenn man sie überhaupt nicht „braucht“, wie im vergangenen Jahr bei seiner Hochzeit. Heiko Ulrich: „Die Gäste wussten Bescheid, aber ich war eine Dreiviertelstunde etwas benommen.“ Wie überhaupt man sich die Folgen eines großen Anfalls, so erzählt es der 43-Jährige, vorstellen muss wie einen schweren Muskelkater, der mehrere Tage viele Bewegungen drosselt.
Derweil engagiert sich der sportbegeisterte Ulrich seit Mitte April gemeinsam mit Ramona Hoffmann in der Betreuung der Sponsoren der SG VTB/Altjührden. Dabei geht es auch um die Neuakquise von Partnern und Unterstützern des ambitionierten Handball-Oberligisten.
