Vechta - Reise in die Vergangenheit mit enormer Bedeutung für die Zukunft: Wenn Patrick Elzie an diesem Sonnabend die Basketball-Halle in Tübingen betritt, wird er wohl kaum in Erinnerungen schwelgen. Zu wichtig ist das Spiel gegen die Tiger (20 Uhr), die er von 2004 bis 2006 trainiert hat, für sein aktuelles Team. Schließlich braucht Bundesliga-Aufsteiger Rasta Vechta in Baden-Württemberg einen Erfolg. Lediglich der Sieger des Duells der beiden Teams, die nur eines ihrer fünf Spiele gewonnen haben, darf erst einmal durchatmen.

Wenn auch Elzies Zeit in Tübingen – er weihte die aktuelle Halle (Paul Horn-Arena) mit ein und erreichte mit den Großkatzen 2005 den Bundesliga-Klassenerhalt – nur am Rande Thema sein wird, so könnte ein Blick in die jüngere Vergangenheit doch helfen. Sollte Rasta so auftreten wie zuletzt zu Hause gegen den Spitzenclub Artland Dragons, dürfte die Mannschaft aus dem Oldenburger Münsterland gute Chancen haben.

Zumal Elzie diesmal wieder auf Flavio Stückemann, auf den er bekanntlich große Stücke hält, zurückgreifen kann. Der Kapitän, der bei einem Autounfall ein Schleudertrauma erlitten hatte, ist einsatzbereit. Dagegen muss A.J. Rudowitz verletzungsbedingt erneut passen, statt auf dem Spielfeld die Bälle zu passen.

Im wahrsten Sinne des Wortes größtes Hindernis im Vechtaer Plan, sich von den Abstiegsrängen 17 und 18 zu entfernen, dürfte der 2,03 Meter große Johannes Lischka sein. Der 106 Kilogramm schwere Forward, den Elzie schon als Kind kannte, gilt als hervorragender Rebounder.

Für Vechta wird es vor allem darauf ankommen, sich mehr auf die Defensive zu konzentrieren. Hat das Elzie-Team doch bisher 67 Punkte mehr als Tübingen erzielt, aber auch 48 des Gegners mehr hinnehmen müssen.

Und die Tiger haben sich zu Hause – sie hatten erst zwei Heimspiele – bisher stark präsentiert. Ihren einzigen Sieg fuhren sie im zweiten Spiel in eigener Halle gegen den Mitteldeutschen BC (77:69) ein. Auch bei der Heimpremiere hatten sie überzeugt. Den ungemein starken Baskets Bonn mussten sie sich nur mit 76:77 geschlagen geben.

Da bleibt Elzie wohl nur, sich ganz auf die Gegenwart zu konzentrieren – schließlich soll nach der Saison der Begriff Bundesligist in Vechta nicht der Vergangenheit angehören.

Steffen Szepanski
Steffen Szepanski Redaktion Münsterland (Lokalsport)