Oldenburg - Ein Derby ist immer etwas besonderes. Da spielen Tabellenstände und Siegesserien eine eher untergeordnete Rolle. In einem Derby zählen vor allem Willen, Leidenschaft und ganz viel Emotionen. Und das sind geradezu Markenzeichen des neuen alten VfB-Trainers Fuat Kilic.
Das Derby
„Wir wissen, dass wir in Jeddeloh nichts geschenkt bekommen werden“, sagte der Coach des VfB Oldenburg am Dienstag im Gespräch mit unserer Redaktion. Seine Mannschaft tritt an diesem Samstag (16 Uhr, 53-Acht-Arena) beim benachbarten Regionalliga-Rivalen SSV Jeddeloh an. Anreisedistanz vom Marschwegstadion: gute zwölf Kilometer. Während die Oldenburger nach Anfangsschwierigkeiten so langsam auf Betriebstemperatur kommen und zuletzt eine Serie von drei Siegen starteten, haben die Gastgeber aus dem Ammerland erst zwei Siege und acht Unentschieden auf der Habenseite. Die Tabellensituation hat in den Derbypartien der beiden Teams aber nie die große Rolle spielt. „Es wird sicher ein kampfbetontes Spiel auf einem Platz, der tief und eng sein wird. Wir werden den Kampf annehmen und unser Spiel so fortfahren, wie wir es zuletzt gezeigt haben“, stimmte Kilic seine Schützlinge schon einmal auf das Nachbar-Duell ein.
Die Siegesserie
Man muss schon tiefer in die Ergebniskiste eintauchen, um nach einer ähnlichen Siegesserie zu suchen. Zuletzt gelang dem VfB dieses Kunststück in der Meisterrunde 2021/22, wo es sogar fünf Siege in Folge gab. Am Ende stieg Oldenburg in die 3. Liga auf. Der erneute Aufstieg ist nun noch nicht greifbar, dennoch hat der VfB durch die drei Siege in Folge wieder Tuchfühlung zu den vorderen Tabellenplätzen aufgenommen. Den Tabellen-Achten (19 Punkte) trennen auf Platz drei (Hannover 96 II/25) sechs Punkte.
Die Entwicklung
Die Leistungssteigerung seiner Mannschaft sieht Kilic in der zuletzt stetigen Entwicklung seiner Spieler. „Wir haben beim Bremer SV (2:0, Anm. d. Red.) den Sieg durch eine letztendlich kämpferisch und läuferisch starke Leistung erzwungen“, erklärte der VfB-Trainer: „Beim 7:2 gegen Spelle/Venhaus haben wir gelernt, dass man sich trotz Führung nie zu sicher sein darf, auch wenn man den Gegner komplett dominiert. Man muss an seine Stärken glauben.“ Gegen Hannover (2:1, Anm. d. Red.) habe sein Team gezeigt, „dass wir auch gegen eine der stärksten Teams der Liga mithalten können. Da hätte ich mir aber auch gewünscht, dass wir die eine oder andere Kontersituation besser ausgespielt hätten. Geärgert hat mich da schon das Gegentor. Ich hätte mir ein zu Null gewünscht“.
Der Ausblick
Das zeige aber auch, „dass wir noch nicht da sind, wo wir hin wollen“, sagte Kilic. Wo soll die Reise des VfB also hingehen? „Irgendwelche großen Ziele zu benennen und sich mit diesen Fragen zu befassen, wäre vermessen. Wir sind froh, dass wir unser Spiel ein Stück weit stabilisiert haben und dass wir mittlerweile kontinuierlich punkten“, betonte der Coach. Ein Ziel habe er allerdings im Auge: „Dass wir so lange wie möglich Punkte sammeln und dass wir so lange wie möglich ungeschlagen bleiben.“
Die Stimmung
Im Training spürt der Übungsleiter dabei eine hohe Einsatzbereitschaft, die ihn zuversichtlich stimmt: „Die Jungs ziehen mit, die Arbeit macht Spaß und wir haben viel zu Lachen im Training. Wir gehen dabei aber auch an unsere Grenzen.“ Auch die Fans hat der 50-Jährige im Blick. Er möchte die Emotionalität, die auf dem Rasen gezeigt wird, auch auf die Ränge übertragen: „Das ist ein großes Ziel und ein Wunsch von mir.“
