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NWZonline.de Sport

VfB nimmt Fahrt in Richtung 3. Liga auf

14.11.2013

Oldenburg  Dieses Gefühl haben Spieler, Verantwortliche und vor allem die Fans schon lange nicht mehr gekannt: Der VfB Oldenburg schnuppert in der Vierten Liga Tabellen-Höhenluft. Als Zweiter der Regionalliga Nord befindet sich der Traditionsclub derzeit auf der Schwelle zum Profi-Fußball.

Viele Jahre war beim ehemaligen Zweitligisten Stagnation angesagt, die jüngste Geschichte gleicht einer Achterbahnfahrt. Das Team dümpelte in der Niedersachsenliga West und hatte mit dem Aufstieg in die damalige Viertklassigkeit (Oberliga) nichts zu tun. Die Oldenburger lebten mit den Erinnerungen an bessere Zeiten.

Das sollte sich zur Saison 2005/06 ändern. Neue Strukturen wurden eingeführt und mit der Verpflichtung von Trainer Joe Zinnbauer die „Mission Aufstieg“ ausgerufen. Am Ende wurde dieses Ansinnen mit Platz zwei zwar knapp verfehlt. Ein Jahr später gelang jedoch der Sprung in die Oberliga Nord.

Ein 4:0 im letzten Heimspiel am 3. Juni 2007 gegen TuS Lingen brachte dem VfB die vorzeitige Meisterschaft und den ersehnten Aufstieg. „Joe Zinnbauer hat dem Verein damals wieder Leben eingehaucht. In den entscheidenden Momenten hat er einfach nur Pech gehabt“, erinnert sich VfB-Teammanager Jörg Rosenbohm.

Zunächst blieb das Team unter dem Ex-Bundesligaprofi Zinnbauer zwar erfolgreich, verpasste 2008 als Tabellensiebter in der Relegation aber die Qualifikation zur neuen, dreigleisigen Regionalliga, die nach Einführung der 3. Liga die viertklassige Spielebene in Deutschland bildete. Der verbliebene Oberligist war damit wieder fünftklassig.

Noch schlimmer kam es im Jahr darauf. Als Meister der Oberliga Niedersachsen West scheiterte der favorisierte VfB in der Relegation am Goslarer SC, Meister der Ost-Staffel. Nach einem 1:0 im Hinspiel verloren die Oldenburger zu Hause 1:2 und verblieben aufgrund der Auswärtstoreregel in der 5. Liga. Negativer Höhepunkt waren die schweren Fan-Ausschreitungen während und nach dem Spiel.

2010 qualifizierte sich der VfB für die eingleisige Oberliga. Dennoch wurde Zinnbauer einen Tag nach dem letzten Saisonspiel trotz eines noch bis 2011 gültigen Vertrages aufgrund interner Querelen freigestellt. Es folgten die Trainer Torsten Fröhling, Timo Ehle und Andreas Boll, der den zwischenzeitlich kriselnden VfB nach einer erneuten Spielklassenreform 2012 in die Vierte Liga führte.

Ende der vergangenen Saison übernahm der bis dahin als Co-Trainer fungierende Alexander Nouri den Chefposten. „Die Entscheidung, Andy Boll während der Saison abzulösen, ist uns nicht leicht gefallen“, sagt Rosenbohm: „Aber wir mussten handeln, um dem drohenden Abstieg aus der Regionalliga zu entgehen. Nouri hat uns mit seinem Konzept überzeugt.“

Der A-Lizenz-Inhaber hat es verstanden, aus der jungen Mannschaft, die mit erfahrenen Spielern gespickt ist, ein homogenes Team zu formen, das mit seiner Spielweise die Zuschauer wieder zurück ins Marschwegstadion geholt hat.

„Unser Trainer arbeitet mit Leidenschaft“, beschreibt der Vorstandsvorsitzende Frank Willers den gebürtigen Buxtehuder. Und Rosenbohm ergänzt: „Nouris Stärke ist die Kommunikation. Er führt viele Einzelgespräche und vermittelt jedem Spieler das Gefühl, ein wichtiges Glied in der gesamten Kette zu sein.“

Zurück zur „Mission Aufstieg“. Auch wenn derzeit der Blick gerne auf die Tabelle der Regionalliga wandert, so ist man sich in der Führungsetage des VfB einig, dass das Projekt nicht in dieser Saison realisiert werden muss. „Wir sehen uns nach wie vor nicht in der Favoritenrolle“, betont Rosenbohm: „Aber wir zeigen, dass im Marschwegstadion wieder begeisternder Fußball gezeigt wird.“ Für Vorstand Frank Willers ist die momentane Leistung des VfB auch eine Werbung für die Stadt: „Oldenburg ist immerhin die drittgrößte Stadt Niedersachsens. Und diese braucht einen auffälligen Fußballverein.“