Oldenburg - Eigentlich ist der Kramermarkt in Oldenburg bereits seit ein paar Tagen beendet, der VfB Oldenburg ist am Samstagnachmittag aber nochmal mit Verspätung in die Achterbahn der Gefühle eingestiegen. Ein über weite Strecken haushoch überlegen geführtes Regionalligaspiel gegen den SC Spelle-Venhaus drohte der VfB nach einer 2:0-Führung sogar zu verlieren, doch nach dem 2:2-Ausgleich und einer Großchance für die Gäste schalteten die Gastgeber einen Gang hoch und gewannen am Ende vor 2142 Zuschauern im Marschwegstadion verdient mit 7:2 (2:1). Der überragende Kamer Krasniqi (13., 74. und 81. Minute), Aurel Loubongo (30.), Noah Plume (65.), Max Wegner (69.) und der wenige Sekunden zuvor eingewechselte Linus Schäfer (90.) sorgten bei zwei Gegentreffern von Steffen Wranik (45.+1 und 55.) für den zweiten VfB-Sieg in Serie.
Unveränderte Startformation
Ganz nach dem Motto „Never change a winning team“ veränderte Fuat Kilic die siegreiche Startelf vom 2:0-Erfolg beim Bremer SV nicht. Und das obwohl in Marcel Appiah, Marc Schröder, Drilon Demaj und Linus Schäfer vier Spieler in den Kader zurückkehrten, die zuletzt gesperrt oder verletzt fehlten. Der Aufsteiger aus Spelle, der auswärts erst einen Punkt holen konnte, versuchte aus einem kompakten 4-5-1-System heraus mit Kontern gefährlich zu werden.
Krasniqi im dritten Versuch
Dass die Emsländer nicht nur für das Verteidigen angereist waren, bewiesen sie gleich nach 45 Sekunden. Steffen Wranik setzte einen Fernschuss nach schöner Einzelleistung recht knapp drüber. Trotz dieser ersten Aktion entwickelte sich die Partie von Beginn an so, wie man es im Duell Drittliga-Absteiger gegen Oberliga-Aufsteiger vermuten konnte. Der VfB hatte den Ball, agierte feldüberlegen und wurde auch recht schnell torgefährlich. Erst wurde Krasniqi nach einem Eckball von Christopher Buchtmann geblockt (7.), bei der folgenden Ecke kamen sowohl Markus Ziereis als auch Krasniqi (auf die Torlatte) zum Abschluss (8.). Im dritten Anlauf schlug Oldenburgs Nummer zehn dann zu: Nach einer Flanke von links mit rechts von Pascal Richter spitzelte Krasniqi den Ball über die Torlinie zum 1:0 (13.). Nur fünf Minuten später hätte der VfB nachlegen müssen, als Nico Knystock einen verunglückten Pass von Spelle-Torwart Mattis Niemann abfing, alleine auf den Keeper zulief, jedoch an dessen Fußabwehr scheiterte (18.).
Loubongo legt nach, Spelle kontert
Der VfB blieb drückend überlegen, Ziereis und Krasniqi hatten weitere kleinere Chancen, ehe sich Loubongo den Ball schnappte und aus 20 Metern abzog. Der bereits beim Bremer SV starke Tempodribbler traf den Ball perfekt in die linke unteren Ecke und jubelte über das 2:0 (30.). Krasniqi, der den Ball frei durch ganz knapp am langen Pfosten vorbeischob (33.), und Buchtmann mit einem satten Schuss aus spitzem Winkel (37.) hätten das dritte Tor nachlegen können, doch zur Pause war es plötzlich wieder knapp. Einen langen Ball über die aufgerückte VfB-Abwehr nahm Spelles Wranik technisch überragend mit der Hacke mit und ließ Oldenburgs Keeper Jhonny Peitzmeier keine Chance mit seinem überlegten Abschluss zum 1:2 (45.+1).
Spelle gleicht überraschend aus
Zur zweiten Halbzeit kam Schröder für Pascal Richter in die Partie, was mehrere Umstellungen mit sich zog. Der zunächst erneut im Mittelfeld agierende Knystock ging zurück auf seine Stammposition links hinten, Noah Plume ging vor in das zentrale Mittelfeld, Schröder rückte auf die halbrechte Position in der Viererkette. Der VfB blieb trotz des Rückschlags vor der Pause am Drücker. Buchtmanns Freistoß ging noch recht deutlich drüber (50.), dann hätte Joker Schröder nach aus fünf Metern das 3:1 erzielen müssen, schoss aber in Rückenlage weit über das Tor (52.). So kam es, wie es fast kommen musste: Die Gäste spielten einen ihrer wenigen Angriffe gegen die viel zu zögerliche VfB-Defensive gut aus, sodass erneut Wranik auf der linken Angriffsseite frei durch war und überlegt zum 2:2 in die lange Ecke schob (55.).
Furiose letzte halbe Stunde
Der aus Sicht der Gastgeber völlig unnötige Zwischenstand hinterließ seine Spuren. Oldenburg wirkte kurzzeitig verunsichert, Spelle war obenauf. Nach einem weiteren langen Ball patzte VfB-Torwart Peitzmeier, SC-Stürmer Jip Kemna musste aus 16 Metern nur noch in das leere Tor schieben, traf jedoch lediglich den Außenpfosten (61.) – eine Riesenchance. Es brauchte dann einen Standard, um den VfB zurück in die Spur zu bringen. Nach einer Buchtmann-Flanke köpfte Schröder den Ball auf Plume, der aus wenigen Metern unter Spelle-Torwart Niemann hindurch zum erleichternden 3:2 traf (65.). Fortan drehte der VfB wieder auf, das Selbstvertrauen war zurück. Wegner mit einem technisch feinen Heber aus 16 Metern (69.) und Krasniqi mit zwei überlegten Abschlüssen (74. und 81.) schraubten das Ergebnis in eine Höhe, die nach Spielanteilen und Chancen durchaus verdient war. Die Krönung einer rasanten Schlussphase lieferte Schäfer, der nach langer Verletzung in der 89. Minute eingewechselt wurde, der zwei schnelle Haken schlug und dann zum 7:2 einschob.
Die Aufstellungen
VfB Oldenburg: Peitzmeier - Möschl (86. Sarrasch), Plume, Deichmann, Richter (46. Schröder) - Buchtmann (86. Hajdinaj) - Wegner (89. Schäfer), Knystock, Krasniqi, Loubongo - Ziereis (59. Demaj).
SC Spelle-Venhaus: Niemann - Tepper, Dosquet, Elpermann (17. Wittenbernds), Jesgarzewski - Nichau (59. Oswald), A. Popov, Landwehr (77. A. Popov), Elfert, Wranik - Kemna (77. Winnemöller).
