Oldenburg - Das nennt man dann wohl einen Einstand nach Maß: Die Fußballer des VfB Oldenburg sind mit einem furiosen 4:0 (3:0)-Erfolg gegen Aufsteiger Kilia Kiel in die neue Saison in der Regionalliga Nord gestartet. 2730 Zuschauer im Marschwegstadion sahen am Sonntagnachmittag einen vor allem in der ersten Halbzeit vor Spielfreude strotzenden und hochüberlegenen VfB, der nach dem Abstieg aus der 3. Liga seine Rolle als Meisterschaftsanwärter der Nord-Klasse untermauerte. Routinier Max Wegner (7. Minute), Zugang Drilon Demaj mit einem Doppelpack (26. und 38.) und der neue Stürmer Markus Ziereis (66.) trafen zum souveränen Heimsieg.
Stürmer Ziereis erstmal draußen
Zum Start in die neue Saison schickte Trainer Benjamin Duda eine Startelf auf den Platz, die auf zehn von elf Positionen zu erwarten war. Einzig, dass Sturm-Zugang Markus Ziereis auf der Bank Platz nahm, überraschte. In der Viererkette vor Keeper Sebastian Mielitz verteidigten (von rechts nach links) Patrick Möschl, Marcel Appiah, Leon Deichmann und Nico Knystock. Im defensiven Mittelfeld agierten Ole Käuper und Kamer Krasniqi, auf der Zehn Drilon Demaj. Auf den offensiven Außen setzte Duda Zugang Aurel Loubongo-M’Boungou und Rafael Brand ein, vorne stürmte Max Wegner.
Wegner erzielt erstes Saisontor
Der VfB presste von Beginn an früh, weil sich Kilia aber genau aus diesem Gegenpressing geschickt befreite und konterte, hatte der Aufsteiger nach drei Minuten durch Benjamin Petrick die erste große Chance des Spiels. Seinen abgefälschten Schuss aus elf Metern kratzte Mielitz aus der Ecke. Kurz darauf zeigte erstmals Aurel Loubongo-M’Boungou sein Können, der VfB-Zugang von RW Essen tanzte auf links seinen Gegenspieler aus, legte klug zurück auf Wegner, dessen Schuss jedoch zu schwach war (5.). Zwei Minuten später sorgte genau dieses Duo aber für den ersten Torjubel der Saison: Louboungo-M’Boungou spitzelte den Ball auf Wegner durch, der genug Zeit hatte, den Ball überlegt aus zwölf Metern mit rechts in die linke Torecke zu schieben (7.). Der VfB drückte jetzt richtig, ein Krasniqi-Kopfball wurde im letzten Moment geblockt (11.). 5:0 Ecken nach 20 Minuten waren Ausdruck der Oldenburger Überlegenheit.
Niebergall fliegt, Demaj trifft doppelt
Der VfB drängte weiter – und entschied die Partie frühzeitig. Erst preschte Möschl auf der halbrechten Seite frei aufs Tor durch und wurde von Gegenspieler Felix Niebergall eindeutig gehalten, der zurecht die Rote Karte für seine Notbremse sah (24.). Den anschließenden Freistoß von Rafael Brand kratzte dann Kilia-Torwart Tom Pachulski noch aus dem Torwinkel (25.), die daraus resultierende Ecke von Krasniqi köpfte Zugang Demaj (kam von BW Lohne) aus kurzer Distanz zum 2:0 ins Tor (26.). Zwölf weitere Minuten später spielte Krasniqi einen perfekten Pass in den Lauf von Demaj, der im Vollsprint den Ball aus fünf Metern mit rechts an Gäste-Keeper Tom Pachulski zum 3:0 vorbeispitzelte. Nachdem Krasniqi noch eine Großchance aus zwölf Metern in Richtung A28 drosch (45.+2), begleiteten die aufgrund der Umbauarbeiten lediglich auf Sitzplatztribüne befindlichen Zuschauer das Team größtenteils mit stehenden Ovationen für eine spielfreudige erste Halbzeit in den Spielertunnel.
Wegner im Pech
Die zweite Halbzeit begann der VfB trotz der Überzahl wesentlich verhaltener, auch wenn er im Ballbesitz deutlich überlegen war. Ein Beinahe-Eigentor von Neu-Kapitän Appiah diente als Oldenburger Weckruf (58.). Quasi im Gegenangriff spielte der starke Ideengeber Krasniqi erneut Wegner frei, der den Ball aus 14 Metern an die Unterkante der Torlatte hämmerte, von wo aus dieser auf die Torlinie sprang (59.). Es war Wegners letzte Aktion, genau nach 60 Minuten verhalf Duda dann Ziereis zu seinem Debüt als Joker. Zudem ersetzte Pascal Richter fortan Brand. Und weil bei diesem Saisonauftakt ohnehin schon alles nach Plan lief, schlug Ziereis nur sechs Minuten später zu. Nach einem langen Deichmann-Ball setzte sich Ziereis im Zweikampf durch, drückte aus 18 Metern ab und sein abgefälschter Schuss segelte per Bogenlampe zum 4:0 über Keeper Pachulski ins Netz (66.). Der VfB verwaltete nun immer mehr seinen Vorsprung, das Tempo der ersten Halbzeit ging er wahrscheinlich mit Blick auf das kommende Spiel am Freitag (19.30 Uhr) beim TSV Havelse nicht mehr. Ein gefährlicher Freistoß von Käuper war die größte Chance auf das fünfte Tor. Defensiv ließen die Oldenburger nichts mehr zu.
