Oldenburg - Es ist das Duell der Drittliga-Absteiger und zugleich das Aufeinandertreffen der Serientäter: Wenn der VfB Oldenburg an diesem Mittwochabend (19.30 Uhr) beim SV Meppen gastiert, dann treffen jene beiden Schwergewichte der Regionalliga Nord aufeinander, die einen ganz ähnlichen Saisonverlauf erlebt haben, die holprig (Meppen) bis schwach (Oldenburg) gestartet und die seit Wochen auf der Überholspur sind. Dabei gehen die Emsländer (18 Spiele, 37 Punkte) mit einem Vorteil in den Vergleich mit den Huntestädtern (19 Spiele, 31 Punkte), die sich aufgrund des Rückstandes keine Niederlage leisten dürfen, wollen sie die kleine Chance auf eine Aufholjagd in Richtung Tabellenspitze aufrechterhalten.
Serie trifft auf Serie
„Das ist für uns kein Thema. Wir schauen immer auf das nächste Spiel“, bedient sich VfB-Trainer Fuat Kilic angesprochen von unserer Redaktion auf die Tabellenkonstellation einer alten Fußballer-Weisheit. „Wir wollen unsere Serie behalten, wir wollen ungeschlagen bleiben“, sagt er mit Blick auf die sechs Siege und drei Remis aus den letzten neun Partien. Ähnliches dürften sich auch die Meppener denken, die mit sechs Erfolgen und einem Unentschieden aus den letzten sieben Spielen locker mithalten können und die unter Adrian Alipour, dem Nachfolger des geräuschvoll abgewanderten Ernst Middendorp, mindestens so stabil auftreten wie der VfB unter Kilic, dem Nachfolger des erfolglos gestarteten und frühzeitig freigestellten Benjamin Duda.
Mann gegen Mann
Zwischen 8000 und 10 000 Zuschauer werden in der Meppener Arena für eine Rekordkulisse in Norddeutschlands vierthöchster Spielklasse sorgen – und darauf freut sich der VfB-Trainer besonders. „Das wird eine tolle Kulisse, dazu ein Flutlichtspiel. Das wollen wir aufsaugen und natürlich Vollgas geben“, sagt Kilic, der beim 2:0-Hinspielsieg der Oldenburger im Gegensatz zu Alipour noch nicht im Amt war. Er habe Meppen aber mehrfach gesehen. „Wir wissen, was die Mannschaft tut und wie sie in bestimmten Situationen reagiert. Meppen hat das Spiel im Laufe der Saison sehr vereinfacht, hat eine klare Spielanlage“, sagt Kilic. Die Emsländer würden oft über den gesamten Platz Mann-gegen-Mann verteidigen, haben in Marek Janssen (zuvor Atlas Delmenhorst und BW Lohne) „einen der besseren Stürmer der Liga“ in ihren Reihen. Dennoch erwarte er keinen Sturmlauf der Gastgeber. „Meppen hat auch kein Problem damit, im eigenen Stadion zu kontern. Sie werden sicher auch etwas tiefer verteidigen. Die Mannschaft ist sehr diszipliniert. Wir haben gesehen, dass sie schnell die Fehler der Gegner bestrafen können“, analysiert Kilic.
Weil der VfB am vergangenen Wochenende spielfrei hatte und bisher nur auf Kunstrasen bei Kilia Kiel (0:0) in diesem Jahr ein Pflichtspiel absolviert hat, sieht der VfB-Trainer die Emsländer „etwas besser im Rhythmus“. Meppen gewann zunächst 2:0 gegen Holstein Kiel II und zuletzt am Samstag 1:0 beim Bremer SV.
Buchtmann einsatzbereit
Vom Personal gibt es indes gemischte Nachrichten beim VfB. Max Wegner hat im Training einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen und konnte bis Dienstag nicht mitwirken. Sollte der Offensivpartner von Markus Ziereis ausfallen, könnte Last-Minute-Zugang Elsamed Ramaj gleich zu seinem Debüt von Beginn an kommen. „Er kann auf beiden Seiten am Flügel spielen. Er ist offensiv ein sehr variabler Spieler, ein guter Charakter“, sagt Kilic über seinen früheren Spieler von Alemannia Aachen. Weil auch Linus Schäfer (Gelb-Rot-Sperre) fehlt, ist Rafael Brand ein weiterer Kandidat für die Startelf. Positives gibt es indes von Mittelfeld-Routinier Christopher Buchtmann. „Er hat die letzten Einheiten komplett mitgemacht und ist belastbar“, sagt Kilic. Ob Nico Knystock rechtzeitig fit wird, ist derweil noch offen.
