Meppen - Rekordkulisse, viele packende Zweikämpfe, eine hitzige Atmosphäre, ein echtes Spitzenspiel: Das Nordwestderby zwischen dem SV Meppen und dem VfB Oldenburg hielt am Mittwochabend, was es zuvor versprochen hatte. Vor der Rekordkulisse von 9621 Zuschauern – noch nie zuvor waren mehr Zuschauer bei einem Punktspiel in der Regionalliga Nord – musste der VfB allerdings nach neun ungeschlagenen Partien wieder eine Niederlage hinnehmen und einen wohl vorentscheidenden Rückschlag in der Spitzengruppe verkraften.
Mit 2:3 (2:1) verlor der VfB eine spektakuläre Partie. Dank der Treffer von Rafael Brand (18. Minute) und Drilon Demaj (32.) drehten die Oldenburger zunächst den Rückstand durch Christopher Schepp (4.), doch auch Meppen zeigte Nehmerqualitäten und kam durch die Treffer von Marek Janssen (60.) und Bruno Soares (83.) zum siebten SVM-Sieg aus den letzten acht Spielen.
Zwei Neue in Startelf
Beim VfB gab es im Vergleich zum 0:0 bei Kilia Kiel zwei Veränderungen in der Startelf. Für den gelbgesperrten Linus Schäfer spielte Rafael Brand. Max Wegner stand aufgrund seiner Oberschenkelprobleme nicht im Kader, für den Ex-Meppener rückte Demaj in die Anfangsformation. Last-Minute-Zugang Elsamed Ramaj war im Aufgebot, saß zunächst auf der Bank. Der zuletzt angeschlagene Nico Knystock und der lange verletzte Christopher Buchtmann standen ebenfalls im Kader, aber zu Beginn nicht auf dem Rasen.
Meppen, das seitdem Adrian Alipour das Traineramt übernommen hat alle Heimspiele siegreich gestaltete, legte selbstbewusst los. Christopher Schepp ließ die Arena schnell mit einem Traumtor brodeln. Nach einem Steilpass von Marek Janssen – das Sturmduo spielte zuvor bei BW Lohne zusammen – hämmerte Schepp den Ball aus spitzem Winkel mit Hilfe der Unterkante der Latte in das Tor.
Brand (8.) und Markus Ziereis (12.) meldeten den VfB mit zwei Schüssen im Derby an. Auch wenn diese ungefährlich waren, zeigten sie, dass die Gäste den frühen Schock schnell verdaut hatten – sie belohnten sich mit dem 1:1. Einen langen Ball von Marc Schröder unterschätzte die Meppener Defensive komplett, Brand startete durch und hob den Ball technisch fein ins Netz (18.). Die spektakuläre Anfangsphase ging weiter, Luca Prasse setzte eine Abnahme aus der Luft für Meppen nur knapp neben das Tor (22.), dann hätte Jonathan Wensing aus drei Metern die zweite Meppener Führung erzielen müssen (23.).
Brand auf Demaj – 2:1
Gerade als die Partie ihre erste Auszeit nahm, schlug der VfB ein zweites Mal zu. Brand flankte scharf auf das Tor, Demaj startete durch und verlängerte den Ball mit dem Kopf ins lange Eck zum 2:1 (32.) – ausgerechnet die beiden neuen Spieler in Kilic’ Startelf waren an beiden Toren maßgeblich beteiligt. Die Partie wurde hitziger, Anouar Adam (42.) und Ziereis (44.) sahen beim VfB Gelb. Das Meppener Publikum heizte die Stimmung deutlich auf, aber die Gäste brachten ihre Führung gegen wieder besser werdende Emsländer in die Kabinen.
Loubongo Latte, dann 2:2
„Die andere Mannschaft führt noch mit 2:1“, sagte Meppens Stadionsprecher in der Pause vielsagend zur Derby-Rivalität. Die andere Mannschaft – der VfB – kam gut hinein, schnupperte beim Latten-Seitfallzieher von Aurel Loubongo und Nachschuss von Demaj am 3:1 (54.), doch dann nagelte Janssen eine weitere Direktabnahme aus 16 Metern in den Torwinkel – erneut Kategorie Traumtor (60.).
Kilic reagierte, brachte Routinier Buchtmann und Zugang Ramaj. Beide Teams warfen sich weiter engagiert in jeden Zweikampf, lieferten sich ein jederzeit packendes Derby. Schepp prüfte mit einem feinen Schlenzer VfB-Keeper Jhonny Peitzmeier (75.). Dann verlängerte Soares eine Flanke mit dem Kopf zum 3:2 ins Tor – und sorgte für Party-Stimmung im Emsland sowie Ernüchterung in Oldenburg. Die Meppener liegen nun nur noch einen Punkt hinter Platz eins, der VfB hat neun Zähler Rückstand auf den SVM.
